Download: Moodlekurs mit Ideen zur Medienbildung

Wie schon etwas län­ger ange­kün­digt, bie­te ich mei­nen Kurs mit Bau­stei­nen und Ideen zum The­ma Medi­en­bil­dung jetzt zum frei­en Down­load an. Er kann auf jedem aktu­el­len Mood­le­sys­tem ent­packt wer­den und ent­hält aus­bau­fä­hi­ge Bau­stei­ne zu den Themen:

  • Inter­net­nut­zung
  • Chat & ande­re Plaudereien
  • Netz­po­li­tik und Internetzensur

Aus­bau­fä­hig“ bedeu­tet, dass er als Grund­la­ge für Wei­ter­ent­wick­lun­gen die­nen kann, jedoch auch jetzt schon ein­setz­bar ist. Anschau­en kann man sich den Kurs hier und down­loa­den hier: Mood­le­kurs zur Medi­en­bil­dung.

Der Kurs steht unter CC-Lizenz unter Aus­schluss einer kom­mer­zi­el­len Nut­zung. Er wird an unse­rer Schu­le mit als Grund­la­ge im Rah­men unse­res Prä­ven­ti­ons­kon­zep­tes die­nen und noch wei­ter aus­ge­baut ent­spre­chend den Erfah­run­gen im Alltagsbetrieb.

Update von 6. März 2010:

Der Kurs wur­de noch­mals geprüft und der feh­ler­haf­te Bau­stein 3 ent­fernt, da die ver­link­ten Vide­os nicht mehr frei ver­füg­bar sind.

Vortrag „Gefahren im Internet“

Am ver­gan­ge­nen Diens­tag hat­ten wir zu einem Aula­abend zum The­ma „Gefah­ren im Inter­net“ gela­den. Die­ser ist Teil unse­res Prä­ven­ti­ons­kon­zep­tes und war für die Eltern gedacht. Einer der Vor­tra­gen­den war ich – und ich durf­te ca. 15 Minu­ten spre­chen. Mein gro­ßes The­ma ist und bleibt dabei „Iden­ti­tät“.

Haupt­an­satz­punkt dabei ist, dass Erwach­se­ne bei der Fül­lung und Bewer­tung die­ses Begrif­fes auf­grund ihrer Lebens­er­fah­rung ihren Kin­dern in der Regel über­le­gen sein soll­ten. Im Kon­text der neu­en Medi­en ist das Gefühl von Über­le­gen­heit in der über­wie­gen­den Mehr­heit aus der Alter­grup­pe der um die 40jährigen oft ja nicht so aus­ge­prägt. Im Fol­gen­den umrei­ße ich ledig­lich mein gedank­li­ches Skript bei die­sem Vor­trag. Weil ich pri­mär bei Vor­trä­gen mit mir als Per­son arbei­te, wür­de die dazu­ge­hö­ri­ge Prä­sen­ta­ti­on wahr­schein­lich wenig nützen.

Im bin ein­ge­stie­gen mit einem Video, das ich zum ers­ten Mal bei René Schepp­ler gese­hen habe:

Das Ori­gi­nal gibt es auf http://www.dubestemmer.no auch mit eng­li­schem Unter­ti­tel. Ich fin­de die Stimm­me­lo­die der Leh­re­rin so abso­lut fan­tas­tisch, dass ich mich für das nicht-unter­ti­tel­te Ori­gi­nal ent­schie­den und die gute Frau live syn­chro­ni­siert habe – als Nord­licht kann man Nor­we­gisch nach mehr­ma­li­gem Hören eigent­lich dem Sinn nach ganz gut ver­ste­hen. Dum­mer­wei­se habe ich ver­ges­sen, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass mir die eng­li­schen Unter­ti­tel bekannt waren – nun­ja, jetzt den­ken alle, ich könn­te Norwegisch.

Wei­ter­le­sen

Was ist eigentlich Google Wave?

Dazu ein Bei­spiel aus dem Schul­all­tag: Eine typi­sche Grup­pen­ar­beit im Fach Deutsch könn­te z.B. so aus­se­hen, dass ein kom­pli­zier­ter Text in Abschnit­te zer­legt wird und jede Klein­grup­pe jeweils einen Abschnitt zur Bear­bei­tung erhält. Bei die­ser arbeits­tei­li­gen Form ist auf den ers­ten Blick die Effi­zi­enz höher und auch die letz­te Grup­pe hat etwas zu prä­sen­tie­ren, was für das Gesamt­ergeb­nis wich­tig ist. In einem Unter­richts­ge­spräch oder durch eine ande­re Form wer­den die ein­zel­nen Grup­pen­ar­beits­er­geb­nis­se zusam­men­ge­führt. Jetzt wer­fen wir ein­mal einen Blick auf den Schaf­fens­pro­zess inner­halb einer sol­chen Kleingruppe:

  • jedes Grup­pen­mit­glied liest sei­nen Abschnitt zunächst für sich und mar­kiert bzw. fügt Noti­zen hin­zu (Pha­se 1)
  • die gewon­ne­nen Erkennt­nis­se wer­den zusam­men­ge­tra­gen (Pha­se 2)
  • er erfolgt in einer Dis­kus­si­on eine Kate­go­ri­sie­rung und Hier­ar­chi­sie­rung (Pha­se 3)
  • es wird ein Grup­pen­vor­trag auf Basis der gewon­ne­nen Ergeb­nis­se erar­bei­tet (Pha­se 4)
  • der Grup­pen­vor­trag wird im Ple­num prä­sen­tiert (Pha­se 5)

Dabei möch­te ich fol­gen­de Beob­ach­tun­gen festhalten:

  1. Doku­men­tiert ist am Ende der Arbeit das Arbeits­er­geb­nis, jedoch nicht der Pro­zess von des­sen Entstehung
  2. Grup­pen wer­den von ein­zel­nen Mit­glie­dern oft domi­niert, wäh­rend – abhän­gig von der Grup­pen­grö­ße – sich auch Rück­zugs­mög­lich­kei­ten für ein­zel­ne ergeben

Was für ein Pro­zess ist inner­halb einer Wave denkbar?

Neh­men wir an, die obi­ge Auf­ga­be sei als Wave kon­zi­piert. Neh­men wir fer­ner an, die Grup­pen­ar­beit lie­fe im PC-Raum ab. Man muss bei Wave noch wis­sen, dass das Sys­tem jeden Tas­ten­druck sofort abbil­det (abschalt­bar).

Fiktive Schüleräußerungen

Auf­merk­sam­keit erhal­ten nur die lau­ten Stö­rer. Ich kann auch etwas, bin aber eher lei­se und brau­che Sicher­heit, um mich zu äußern. Schu­le? Ungerecht!“

Es ist doch ganz ein­fach: Ein wenig lächeln, hüb­sche Klei­dung, figur­be­tont und nicht mit zu viel Ein­blick. Schön bei Repro­duk­ti­ons­fra­gen mel­den – aber bit­te in jeder Stun­de. Die Leh­re­rin­nen hono­rie­ren den Fleiß, die Leh­rer die Kom­bi­na­ti­on aus Fleiß und dem ande­ren. Immer locker blei­ben, Schu­le? Nur ein Spiel.“

Ich kann etwas und weiß das auch. Trotz­dem muss ich dau­ernd war­ten. Wer tut denn etwas für mich? Immer ist von för­dern, för­dern, för­dern die Rede. Ich möch­te auch geför­dert wer­den oder gebt mir wenigs­ten die­sen Papier­fet­zen frü­her. Schu­le? Um mich küm­mert sie sich nicht!“

Maxi­ma­ler Ertrag bei mini­ma­lem Ein­satz. Wen juckt den spä­ter die Fünf auf dem Halb­jah­res­zeug­nis? Der Abischnitt muss ein wenig stim­men, für man­che Fächer reicht doch der Fet­zen allei­ne bereits aus. Im ers­ten Halb­jahr vol­le Stun­den­zahl bei hal­bem Ein­satz, im zwei­ten Halb­jahr auf jeden Fall zwei Arbei­ten so set­zen, dass er kein Man­gel­haft mehr zie­hen kann. Wenn das nicht hilft: Geschich­ten erfin­den. Der Ertrag sechs Wochen vor Schluss ist am höchs­ten. Schu­le? Nur kein Stress!“

Ich gebe mir Mühe, viel Mühe. Trotz­dem kommt dabei sel­ten etwas her­um. Düm­pe­lei zwi­schen Drei und Vier. War­um wird eigent­lich nur das Fach­wis­sen gese­hen und nicht das, was ich sonst noch in mei­nem Leben an ande­ren Stel­len errei­che? Schu­le? Kanns­te was, bis­te was – aber auch nur, wenn Mami und Papi das not­wen­di­ge Klein­geld oder Bil­dungs­nä­he in der Bir­ne haben!“

Die­se Äuße­run­gen ent­sprin­gen allein mei­ner Fan­ta­sie. Ähn­lich­kei­ten mit tat­säch­li­chen Gedan­ken wären rein zufäl­lig. Gleich­wohl ent­stand die­ser Text schon vor län­ge­rer Zeit in der Rück­schau von einer von „Rieckens Pre­digt­stun­den“, die von sehr gro­ßer Ehr­lich­keit sei­tens der SuS geprägt war – das ist ein Erzie­hungs­ziel und ein Erfolg gewe­sen.  Ok – für das Fach war es blöd. So what. Muss auch mal sein.

Wei­ter­hin glau­be ich, dass der nega­ti­ve Touch in Klas­sen beson­ders groß ist, in denen mehr als drei von „Rieckens Pre­digt­stun­den“ im Halb­jahr fäl­lig sind und dass es auch ande­re fik­ti­ve Äuße­run­gen gibt.

Regeln, um kein LdL zu machen

Vor­wort

In die­sem Text steht viel, was ich in der Wei­se wie es dort steht, nicht ver­stan­den wis­sen will. Wer Din­ge fin­det, die er wie­der­erkennt, darf sie für sich  behal­ten oder einer Per­son oder vie­len an einem Ort und in einer Art und Wei­se sei­ner Wahl mit­tei­len. Der Text ist stark  inspi­riert durch „Fünf Regeln, Lie­be zu ver­hin­dern“ von Clau­de Stei­ner, qua­si ein Paralleltext.

1. Regel: Zei­ge nicht, dass du dei­ne SuS magst

Sei spar­sam mit Aner­ken­nung und Lob ihnen gegen­über. Behal­te unbe­dingt für dich, wenn du dich über ein Lern­grup­pen­mit­glied sehr freust. Zei­ge in dei­nem Ver­hal­ten eher das Gegen­teil, damit nie­mand – die betref­fen­de Per­son ein­ge­schlos­sen – merkt, dass du sie ger­ne hast. Per­sön­li­che Bezie­hun­gen trü­ben die Objek­ti­vi­tät und scha­den der Autorität.

2. Regel: Traue SuS nichts zu

Du bist der Leh­rer, du hast stu­diert. Alle dei­ne metho­di­schen und fach­li­chen Fähig­kei­ten hast du im Stu­di­um oder in der Schul­zeit erlernt. Das Leben und die Erfah­rung außer­halb der Schu­le prä­gen nicht.  Schu­lisch rele­vant ist nur die Schu­le. SuS kön­nen z.B. Inhal­te nicht struk­tu­rie­ren, SuS wir­ken nicht auf die Klas­se. SuS sind unfer­ti­ge Men­schen und in ihrer Indi­vi­dua­li­tät kei­ne Berei­che­rung für dein Leben und dei­nen Unterricht.

3. Regel: Freue dich nicht über eine gelun­ge­ne Unterrichtsstunde

Eigen­lob stinkt. Erzäh­le nie­man­dem davon. Sei nicht stolz auf dei­ne Fähig­kei­ten und Mög­lich­kei­ten. So blei­ben alle Schät­ze bei dir und dein eigen. Ler­nen kann von dir nie­mand etwas. Dafür ist dein Stil zu individuell.

4. Regel: Bit­te nicht um Hil­fe oder um Lob

Nur wenn jemand von sich aus erkennt, dass du guten Unter­richt machst, ist die­se Aner­ken­nung etwas wert. Äuße­re des­halb nie­man­dem gegen­über, dass du Bestä­ti­gung brauchst oder gelobt wer­den willst, auch wenn du es von dir aus drin­gend brauchst. Dar­aus könn­ten sich Gesprä­che ent­wi­ckeln, in denen dei­ne Schwä­chen offen­bar wer­den. Du bist Leh­rer, nicht Mensch. Gesprä­che über Schwä­chen schaf­fen Distanz, nicht Nähe.

5. Regel: Freue dich nicht über Kleinigkeiten

Wen­de dei­nen Blick auf das, was schief­ge­lau­fen ist. Den ideel­len Leh­rer­lohn gibt es sofort oder nie. Dei­ne Stun­den spie­len im spä­te­ren Lebens­lauf von SuS kei­ne Rolle.

6. Regel: Nimm kein posi­ti­ves Feed­back an

Traue nie­man­dem – auch und ins­be­son­de­re nicht SuS – der dei­nen Unter­richt lobt. Jemand, der das tut, möch­te sich grund­sätz­lich bei dir ein­schmei­cheln. Unter­richt kann nie von vor­ne bis hin­ten völ­lig gelun­gen sein.

7. Regel: Traue dei­nen ethi­schen Grund­sät­zen nicht

Alles ist rela­tiv. Jedes Ver­hal­ten ist in einem ent­spre­chen­den Kon­text denk­bar. Du musst kei­ne Wer­te und Grund­sät­ze ver­mit­teln, weil heu­te sowie­so alles im Fluss ist. Außer­dem wür­de dadurch ein Teil dei­ner selbst offen­bar, den du gera­de vor SuS immer ver­ste­cken musst.

8. Regel: Sei stets verteidigungsbereit

Alles Neue ist ein Angriff auf das Bewähr­te. Jede Kri­tik rich­tet sich direkt gegen dei­ne Per­son und gegen dei­ne bis­he­ri­ge Arbeit, nicht gegen dei­ne Rolle.

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