Wirklichkeitsentkoppelt

Neu­es For­mat. Eine Gedan­ken­samm­lung. Erst­mal vier Geschichten.

Die erste Geschichte

Yvonne Gebau­er erwirbt eine Drei-Jah­res-Lizenz der Brock­haus-Onlineenzy­klo­pä­die zur Nut­zung durch alle Schüler:innen in NRW. Der Spott der Onlinecom­mu­ni­ty und eini­ger kri­ti­scher Jour­na­lis­ten ist ihr sicher.

Ich bin mir sicher, dass Frau Gebau­er das maxi­mal ver­wirrt: Schließ­lich hat sie ja nicht direkt die­sen Deal ein­ge­fä­delt, son­dern die Vor­be­rei­tun­gen und die Idee dazu kom­men ja aus ihrem Minis­te­ri­um von Fachrefe­ra­ten. Sie hat sich auf die­se inhalt­li­che Vor­ar­beit ver­las­sen, die lei­der an den momen­ta­nen Bedar­fen gering­fü­gig vor­bei­geht. Die Mit­tel, die dafür ein­ge­setzt wur­den, sind höchst­wahr­schein­lich Mit­tel aus dem Digi­tal­pakt: Ein Teil der Zuwen­dun­gen an die Län­der ist für Vor­ha­ben auf Lan­des­ebe­ne vorgesehen.

Die zweite Geschichte

Unter vie­len Jour­na­lis­ten gibt es ein Nar­ra­tiv, dass die Digi­tal­pakt­mit­tel ein­fach nicht abge­ru­fen wer­den. Die Nach­fra­gen an die Kul­tus­mi­nis­te­ri­en tür­men sich. Mich haben auch schon eini­ge Anfra­gen dazu erreicht, aber mei­ne Ant­wor­ten stie­ßen auf wenig Gegen­lie­be: Zu wenig pla­ka­tiv, zu kom­plex, in der Öffent­lich­keit nicht ver­mit­tel­bar. Jetzt gibt es in Nie­der­sach­sen einen 10-Punk­te-Plan Digi­ta­li­sie­rung. Die­ser sieht als Ziel­vor­ga­be vor, noch im Jahr 2021 min­des­tens 50% der Digi­tal­pakt­mit­tel „zu bin­den“. Denn: Zah­len – so wichtig!

Dass die Ursa­chen für den gerin­gen Mit­tel­ab­fluss ganz woan­ders lie­gen (und der Stau bzw. Kno­ten sich recht bald lösen wird), hät­te Recher­chen vor­aus­ge­setzt. Statt­des­sen schaut man lei­der im Jour­na­lis­mus oft ger­ne auf Zahlen.

Und Poli­tik lie­fert die­se dann, weil so das Spiel funk­tio­niert. Ich sehe für Nie­der­sach­sen momen­tan eine gro­ße Gefahr, dass unter dem öffent­li­chen Druck das Pen­del von „sinn­vol­ler Digi­ta­li­sie­rung von schu­li­schen Pro­zes­sen“ stark hin­über­schwingt: „Die Koh­le muss raus, lass‘ mal Gerä­te anschaf­fen!“ Mit inhalt­li­cher und päd­ago­gi­scher gelun­ge­ner Arbeit ist kei­ne Pro­fi­lie­rung mög­lich. Ein schi­ckes Foto vor dem LCD-Panel ist da viel fluffi­ger: Für alle Sei­ten: Jour­na­lis­ten, Poli­tik und Schu­le. Und hin­ter­her wird dann gejam­mert, dass man sich ja viel zu wenig Gedan­ken gemacht hat.

Die dritte Geschichte

Es gibt Dienst­ge­rä­te zur Aus­stat­tung von Lehr­kräf­ten. Unter dem Begriff wer­den in der öffent­li­chen Dar­stel­lun­gen ganz vie­le Din­ge in einen Topf gewor­fen. Das Sofort­aus­stat­tungs­pro­gramm des Bun­des führt gera­de nicht zur Anschaf­fung von Gerä­ten, die im dienst­li­chen Kon­text rechts­si­cher ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Allen­falls wird es vie­ler­orts schul­ge­bun­de­ne Gerä­te geben, die an Lehr­kräf­te von den Trä­gern „ver­lie­hen“ wer­den, um deren rechts­kon­for­men Ein­satz und um deren Admi­nis­tra­ti­on sich die Lehr­kräf­te selbst küm­mern müs­sen. Um das zu begrei­fen, muss man För­der­richt­li­ni­en lesen (und zur Ver­fü­gung haben). Letzt­lich bekom­men die­se Gerä­te dann den Sta­tus eines Pri­vat­ge­rä­tes, was man dann nur nicht selbst finan­zie­ren muss. Gera­de für die Ziel­grup­pe unter den Lehr­kräf­ten, für die das inter­es­sant wäre, näm­lich die bis­her digi­tal Vor­sich­ti­gen, ist der tat­säch­li­che Nut­zen dann doch eher begrenzt. Die­se Dis­kre­panz aus öffent­li­cher Dar­stel­lung und schmuck­lo­ser Rea­li­tät bringt mich hier an die Gren­ze des­sen, was ich noch sach­lich in der Bera­ter­tä­tig­keit ver­mit­teln kann.

Die vierte Geschichte

Mei­ne Twit­ter­ak­ti­vi­tä­ten sind sehr begrenzt gewor­den, ich fil­te­re viel und mute Din­ge, die mich ggf. trig­gern könn­ten. Vor Grals­hü­tern kann man sich auch durch die­se Tak­tik kaum schüt­zen. Sach­lich stimmt alles, Schu­le ist voll reform­be­dürf­tig und Prü­fungs­kul­tur muss sich ändern – kein Dis­senz soweit. Aber in der pan­de­mi­schen Situa­ti­on neh­me ich gera­de ande­re Bedürf­nis­se und ande­re Not­wen­dig­kei­ten wahr – nicht alle gefal­len mir inhalt­lich. Eini­ges lässt sich durch bestimm­te Wei­chen­stel­lun­gen in Bah­nen len­ken, die spä­ter eher einen offe­nen Ent­wick­lungs­rah­men bie­ten. Und es wer­den nicht die Men­schen gehört, die inhalt­lich am wei­tes­ten sind, son­dern die­je­ni­gen, die die momen­ta­nen prag­ma­ti­schen Not­wen­dig­kei­ten am ehes­ten bedie­nen. Schon schlimm, ich weiß. Ich bin vol­ler Bewun­de­rung für Bücher, die zum neu­en Ler­nen gera­de ent­ste­hen. Ich könn­te erst nach län­ge­rer Erfah­rung über die­se Din­ge schrei­ben und weiß noch viel zu wenig über Distanz­ler­nen oder die Gestal­tung von Videokonferenzen.

Was ist das Gemeinsame an allen Geschichten?

Ich habe sehr lan­ge gesucht, ob es irgend­ei­nen gemein­sa­men Nen­ner gibt. Ich glau­be vor­sich­tig, dass der Schlüs­sel im Begriff der Pro­fi­lie­rung liegt und dass Digi­tal­the­men hier in beson­de­rem Maße unpro­duk­ti­ve Pro­fi­lie­rung fördern.

Poli­tik muss sich pro­fi­lie­ren, was oft genug über Zah­len funk­tio­niert. Das ist so gelernt, dass man dar­an letzt­lich gemes­sen wird. Man­che Jour­na­lis­ten müs­sen sich pro­fi­lie­ren, weil Digi­tal­the­men nun­mal ganz oben in der Wahr­neh­mung sind. Ver­ant­wort­li­che für Beschaf­fungs­pro­zes­se kön­nen sich pro­fi­lie­ren, indem mög­lichst schnell mit mög­lichst gro­ßen Zah­len etwas beschafft wird. Beschaf­fun­gen sind dann gut, wenn sie öffent­lich sicht­bar sind, d.h. wenn man sich vor ihnen foto­gra­fie­ren las­sen kann. Dann ist „die Öffent­lich­keit“ zufrie­den und damit auch die Poli­tik. Mit mög­lichst radi­ka­len The­sen zum Umbau des Schul­sys­tems kann man sich pro­fi­lie­ren und wird gehört. Das ist z.B. auch eine mei­ner Pro­fi­lie­rungs­an­sät­ze, das „Brain“ zu sein, zu hin­ter­fra­gen, es kom­plex zu machen.  Mit immer neu­en Meta-Platt­for­men kann man sich pro­fi­lie­ren und zwar bit­te jede Insti­tu­ti­on immer wie­der neu. Da geht es gar nicht um Inhal­te, da geht es um Darreichungsformen.

Päd­ago­gi­sche Kon­zep­te und päd­ago­gi­sche Arbeit kann man nicht foto­gra­fie­ren. Man braucht zudem Zeit, um sie zu ver­ste­hen. Und es braucht noch mehr Zeit, um sie zu ent­wi­ckeln und in die­sem Ent­wick­lungs­pro­zess zu ler­nen. Es ist dif­fu­ses Wis­sen in einer Regi­on, was die eine Schu­le kann und die ande­re nicht. Der Erfolg sol­cher Kon­zep­te ist ein stil­ler. Gefühlt sind mei­ne Bera­tun­gen erfolg­rei­cher, wenn ich stil­ler bin, mehr zuhö­re, weni­ger pla­ka­tiv auf­tre­te, mich zurück­neh­me – weil ich dann bes­ser weiß, was ich sagen oder fra­gen „darf“.  Pro­fi­lie­rung ver­gif­tet inhalt­li­che Arbeit, sie stellt sich davor und über­strahlt mit ihrem LED-Kalt­licht­schein­wer­fer jedes war­me Glü­hen. Ich erle­be es oft, dass wir Män­ner damit ein viel grö­ße­res Pro­blem als Frau­en haben.

Vie­le Lehr­kräf­te machen sich gera­de auf den Weg und neh­men zum ers­ten Mal Tech­nik in die Hand. So wie sie es tun, hat es viel­leicht zunächst noch nichts mit Digi­ta­li­sie­rung zu tun. Was nicht pas­sie­ren darf ist, jetzt zusätz­lich zu sagen: „Du musst es von Anfang an mit einem ande­ren Mind­set­ting dar­an! Die bist erwach­sen und stu­diert!“ Pan­de­mie + Tech­nik + Mind­set ist viel­leicht – zumin­dest für ganz „nor­ma­le“ Men­schen – gera­de dann doch etwas ein klein wenig zu viel.

 

 

 

 

Entidentifizierung – eine Gefahr für „Bildung“ unter Coronabedingungen

War­um bin ich medi­en­päd­ago­gi­scher Bera­ter? War­um bin ich das in Voll­zeit? War­um bin ich nicht mehr in der Schule?

Jeder Mensch hat zwei Arbeitsverträge:

Der ers­te regelt das For­ma­le. Wie viel Geld? Wie vie­le Stun­den? Wel­che Spe­sen? Wel­cher Urlaubs­an­spruch? usw.

Der zwei­te regelt das Informelle:

Füh­le ich mich an mei­nem Arbeits­platz wohl? Kann ich die Zie­le der Insti­tu­ti­on oder des Betrie­bes enga­giert mit­tra­gen? Habe ich funk­tio­nie­ren­de sozia­le Netz­wer­ke in mei­nem Arbeits­kon­text? Steht das, was ich in mei­ne Arbeit „ste­cke“, in sinn­vol­ler Rela­ti­on zu der Wert­schät­zung, die mir auf der Arbeit u.a. von Vor­ge­setz­ten ent­ge­gen­ge­bracht wird?

Was Insti­tu­tio­nen sowie Betrie­be sehen und wahr­neh­men, ist die Kün­di­gung des ers­ten Arbeits­ver­tra­ges. Wenn das zu über­hand nimmt, erfol­gen spä­tes­tens Maß­nah­men zur Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung. Wenn die­se gut ist, schaut sie auf den Zustand der „zwei­ten“, inne­ren Arbeitsverträge.

Schu­le ist beson­ders. Vie­le dort täti­gen Lehr­kräf­te haben nach spä­tes­tens 10 Jah­ren kei­ne sinn­vol­le Aus­stiegs­op­ti­on ohne das Risi­ko des Kom­plett­ver­lus­tes der Alters­ver­sor­gung. Auch vor die­sem Hin­ter­grund wäre es mei­nes Erach­tens sinn­voll, hier zukünf­tig umzu­den­ken und die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung zumin­dest zu ermög­li­chen – auch den Beamt:innen. Die Mög­lich­kei­ten, sich inner­halb des Sys­tems Schu­le neue Arbeits­fel­der zu erschlie­ßen, sind sehr begrenzt.

(Rand­no­tiz: Die Medi­en­be­ra­tung nimmt offen­bar an Attrak­ti­vi­tät zu. Sehr vie­le sehr klu­ge und kom­pe­ten­te Men­schen wol­len zu uns. Das war ein­mal anders. Vie­le von ihnen woll­ten bis­her lie­ber an Schu­le sein.)

Die inne­re Kün­di­gung führt in Schu­le zur Aus­bil­dung von Wohl­fühl­bla­sen: Ich umge­be mich mit Men­schen, die zu mir pas­sen. Ich schaf­fe mir Frei­räu­me in mei­nem Unter­richt (die ich aber oft nicht tei­len darf, ohne mit dem umge­ben­den Sys­tem zu kol­li­die­ren). Ich fin­de Stra­te­gien, um für mich sinn­lo­se Situa­ti­on zu über­ste­hen und auszusitzen.

Eine Wohl­fühl­bla­se ist fra­gil, weil ihre Sta­bil­tät und Ver­läss­lich­keit nicht allein von mir bestimmt wird: Die Lieblingskolleg:in lässt sich ver­set­zen. Ein bis­he­ri­ges Her­zens­the­ma wird von Men­schen über­nom­men, die sich mit mei­ner Vor­ar­beit inner­halb der Schul­ge­mein­schaft pro­fi­lie­ren – das kann ich nicht beeinflussen.

Kün­di­gen Mit­ar­bei­ten­de inner­lich, sind Wer­te und Zie­le der Insti­tu­ti­on oder des Betrie­bes in Gefahr. In guten Orga­ni­sa­tio­nen iden­ti­fi­zie­ren sich vie­le Mit­ar­bei­ten­de mit ihrer Ein­rich­tung. Erst so wer­den gemein­sa­me Hand­lun­gen mög­lich – gera­de im päd­ago­gi­schen Bereich ist das immens wich­tig für die Ori­en­tie­rung von z.B. Kin­dern und Jugendlichen.

Das Gemein­sa­me stirbt durch den Pro­zess der Ent­i­den­ti­fi­zie­rung und weicht der Kon­kur­renz und dem Kampf der Wohl­fühl­bla­sen unter- und miteinander.

Ich stel­le mir gera­de hel­le Köp­fe in den Kul­tus­mi­nis­te­ri­en vor, bzw. muss ich mir sie gar nicht vor­stel­len – ich ken­ne tat­säch­lich eine gan­ze Anzahl hier in Nie­der­sach­sen. Ich stel­le mir vor, dass es dort sehr gute Ideen über die Ent­wick­lung von Schu­le in der Zukunft gibt.

Wel­che Erfah­run­gen machen gera­de Lehr­kräf­te bei der „Coro­na­stra­te­gie für Schu­len“ – das muss man sich immer klar­ma­chen – mit Tei­len(!) der an Kul­tus­mi­nis­te­ri­um täti­gen Men­schen und der Poli­tik? Ich glau­be, dass es zur Zeit vie­le poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen gibt, die Lehr­kräf­te von dem Sys­tem ent­frem­den, was sie bis­her viel­leicht noch leid­lich unter­stüt­zend im Hin­ter­grund wahr­ge­nom­men haben.

Hel­le Köp­fe in Kul­tus­struk­tu­ren wer­den es nach Coro­na sehr schwer haben, Ver­trau­en auf­zu­bau­en – weil ich ver­mu­te, dass sich vie­le Lehr­kräf­te von ihrem Dienst­herrn bzw. den dahin­ter­lie­gen­den Struk­tu­ren gera­de ent­i­den­tif­zie­ren. Die Muti­gen kri­ti­sie­ren öffent­lich – das hat es in die­ser Aus­prä­gung in mei­ner gesam­ten Amts­zeit noch nicht gege­ben, obwohl es bei ande­ren The­men Schief­la­gen gab: Chan­cen­ge­rech­tig­keit, Inklu­si­on etc..

Ich sehe viel Erschöp­fung. Die gefähr­lichs­te Erschöp­fung für eine Orga­ni­sa­ti­on ist lang­fris­tig die, die heu­te zu Resi­gna­ti­on führt: „Von oben ist nichts zu erwar­ten. Ich muss den Schüler:innen gerecht wer­den, dafür bren­ne ich, dafür brau­che ich mei­ne Kraft!“ Das sagt nie­mand, aber ich bil­de mir ein, genau das zu spü­ren. Die öffent­lich Kri­ti­schen haben ein Ven­til. Die ste­hen not­falls auch allei­ne auf­recht. Die Kul­tus­bü­ro­kra­tie täte m.E. sehr gut dar­an, da hin­zu­hö­ren und ins direk­te Gespräch zu gehen – unter dem Schutz der Öffentlichkeit.

Ich bin pri­vi­le­giert. Ich bekom­me mein Geld ohne Abzü­ge. Des­we­gen habe ich auch die Ver­pflich­tung, gera­de jetzt beson­ders viel zurück­zu­ge­ben. Aber wie weit darf das gehen? Die Gren­ze ist erreicht, wenn die eige­ne Gesund­heit gefähr­det ist. Und vie­le, die als Lehr­kraft oder Schul­lei­tung in der Müh­le des Sys­tems ste­cken, gehen momen­tan über die­se Gren­ze hin­aus. Schu­le braucht Men­schen die bren­nen. Mei­ne Kin­der brau­chen das. Iden­ti­fi­ka­ti­on hal­te ich für einen der maß­geb­li­chen Brenn­stof­fe überhaupt.

 

 

Themen in Schule nach den Sommerferien – oder meine Angst vor der Angst

Ich habe letz­tes Wochen­en­de abends drau­ßen an einem lan­gen Tisch vor einer Knei­pe geses­sen. Da war nichts geplant oder reser­viert, ich bin ein­fach in der Stadt gewe­sen und habe spon­tan Bekann­te und Freun­de getrof­fen. Alles inner­halb der Coro­na­re­ge­lun­gen mit Abstand und unter frei­em Him­mel. Aber es ist – nord­deut­scher – Som­mer. Man kann drau­ßen sit­zen, Fens­ter öff­nen und vie­le Din­ge tun, die im Herbst oder Win­ter so nicht mehr funktionieren.

Clop­pen­burg hat nicht vie­le fleisch­ver­ar­bei­ten­de Betrie­be, Clop­pen­burg ist die fleisch­ver­ar­bei­ten­de Gegend über­haupt. Viel hängt wirt­schaft­lich am Funk­tio­nie­ren die­ses Sys­tems. Wenn ein Schlacht­hof auch nur zeit­wei­se geschlos­sen wer­den muss, hat dies immense Aus­wir­kun­gen für die gesam­te durch­ge­tak­te­te Lie­fer­ket­te vom Land­wirt bis zum Ver­brau­cher. Geflü­gel über­schrei­tet genorm­te Gewich­te, die Qua­li­tät des Schwei­ne­flei­sches vari­iert – gan­ze Char­gen könn­ten ver­nich­tet wer­den müs­sen – nicht weil das Pro­dukt schlecht wäre – es kann schlicht nicht mehr genormt ver­ar­bei­tet wer­den. Man kann zur Fleisch­in­dus­trie ste­hen wie man will, aber es wird immense sozia­le Aus­wir­kun­gen auf die gesam­te Regi­on haben, wenn Coro­na zu nen­nens­wer­ten Schlie­ßun­gen der Schlacht­hö­fe führt. Befreun­de­te Steu­er­be­ra­ter, die wirk­lich Ein­bli­cke in die Fir­men­bü­cher haben, rech­nen spä­tes­tens im Herbst mit einer Plei­te­wel­le. Mit­tel­ständ­ler gehen mit eige­nem Ver­mö­gen „all in“ die Fir­ma, um Arbeits­plät­ze und Lebens­wer­ke zu ret­ten. Das fällt an sol­chen Aben­den in Neben­sät­zen, Scher­zen, zyni­schen Übertreibungen.

Bei mir war es an die­sem Abend eine Mischung aus immensem Unwohl­sein: Die­ser gelo­cker­te Sta­tus Quo wird das Maxi­mum sein, was es in den nächs­ten Mona­ten geben wird. Und ich als Beam­ter bin die­sen Markt­zy­klen und Dyna­mi­ken zumin­dest finan­zi­ell kom­plett ent­zo­gen. Ich habe am aller­we­nigs­ten das Recht, Angst zu haben. Ich ins­be­son­de­re, der ich nicht ein­mal mehr unter­rich­te. Dar­über schreibt zur­zeit kaum jemand, das wird aber zuneh­mend kommen.

Wäre ich noch Voll­zeit im Unter­richt, wäre es mir bestimmt so ergan­gen: „Bis zu den Som­mer­fe­ri­en schaf­fe ich das schon und danach geht es dann ja rela­tiv nor­mal mit dem Kohor­ten­sys­tem wei­ter. Man kann wie­der Arbei­ten schrei­ben, Noten ver­läss­lich geben (aber vie­le schö­ne Din­ge, die Schu­le aus­ma­chen fal­len auch im aller­bes­ten Fall weg …)“.

Was geschieht aber, wenn es so wei­ter­geht wie vor den Som­mer­fe­ri­en? Schu­le ist dann der ver­meint­li­chen rechts­si­che­ren Mög­lich­keit beraubt, Noten zu geben. Die Orga­ni­sa­ti­on von Prü­fun­gen wird kom­plex. Wie in der Fleisch­in­dus­trie: Man kann zu Noten und Bewer­tun­gen ste­hen, wie man möch­te: Der Weg­fall bzw. die Ein­schrän­kun­gen machen etwas mit Menschen.

Ich glau­be, es wird einen hohen Bedarf an Lösun­gen für die­ses Dilem­ma geben. Und es wird zuneh­mend Kolleg:innen geben, die Angst haben, weil sie gewohn­ter Arbeits­ab­läu­fe und Sicher­hei­ten beraubt sind, sich in ihren Struk­tu­ren(!) umstel­len müssen.

Als digi­ta­ler Kämp­fer habe ich mir lan­ge Zeit immer gedacht: Du musst nie­man­den ändern. Wer sich nicht ändert, wird von den Umstän­den des Kul­tur­wan­dels geän­dert. Aber ich habe dabei nicht an Coro­na gedacht, son­dern eher an zivil­ge­sell­schaft­li­che Impulse.

Im Twit­ter­leh­rer­zim­mer scheint immer alles so ein­fach und manch­mal schwarz und weiß. „Die Kri­se bie­tet Chan­cen der Schul­ent­wick­lung“ ist z.B. ein gän­gi­ger Satz. Objek­tiv ist das auch so. Aber die Welt funk­tio­niert so nicht. Nicht sach­lich, son­dern bald viel­leicht wesent­lich emo­tio­na­ler als uns lieb ist. Frank­furt, Opernplatz.

Schu­le wird auch nicht zurück­fal­len in alte Struk­tu­ren – zumin­dest bis zur Ent­wick­lung eines wirk­sa­men Impf­stoffs. Es wird wie­der und wie­der zumin­dest loka­le Impacts geben. Es ist nicht sicher, ob ich mei­ne Klas­sen­ar­beit schrei­ben kann. Die­ser Unsi­cher­heit kann man mit agi­lem Han­deln und Den­ken natür­lich begeg­nen, aber nicht ohne vor­he­ri­ge per­so­na­le Ent­wick­lungs­pro­zes­se. Schu­le an sich ist dafür nicht gebaut. Zudem ist das für Lehr­kräf­te noch­mal deut­lich leich­ter als für Schul­lei­tun­gen, die deut­lich mehr sys­te­mi­sche „Gegen­über“ haben (Eltern, Schul­be­hör­de, Lokal­po­li­tik, Gesund­heits­amt, Lehr­kräf­te, Schüler:innen, Gremien).

Ich grüb­le daher an Fort­bil­dun­gen mit ande­ren Inhal­ten her­um. FoBis zu alter­na­ti­ve Auf­ga­ben­for­ma­ten lau­fen mir regel­mä­ßig voll. Ich habe nie eine Fort­bil­dung 2x gege­ben – das war mir immer zu lang­wei­lig. Das wer­de ich ver­än­dern müssen.

Es wird m.E. drin­gend Fort­bil­dun­gen zum The­ma Bewer­tung und Beno­tung beim Distanz­ler­nen geben müs­sen. Nicht, weil das inhalt­lich so erstre­bens­wert ist, son­dern um viel­leicht auch läh­men­de Ängs­te bei man­chen Lehr­kräf­ten zu mil­dern. Angst ist das, was wir zur­zeit am wenigs­ten brau­chen können.

Ich mer­ke, dass ich den Fokus von Bera­tung mehr und mehr weg hin zu: „Ihr macht das am bes­ten jetzt so und so aus den und den Grün­den!“ ver­schie­be. Die Zeit des krea­ti­ven Ent­wi­ckelns kann wie­der in der Zeit der stei­gen­den Sicher­heit kom­men. Es gibt Kolleg:innen, die sowas hier weder hören noch lesen wol­len und auch durch­aus öffent­lich sehr sau­er reagieren.

Für Nie­der­sach­sen wird der August ein Schei­de­punkt. Nord­rhein-West­fa­len und Hes­sen „erpro­ben“ für uns, wie das mit dem Kohor­ten­sys­tem funk­tio­niert. Zumin­dest ist klar, dass wir in der letz­ten Feri­en­wo­che deut­lich mehr wis­sen wer­den als zu Beginn der Krise.

Sor­gen machen mir die gesell­schaft­li­chen Lang­zeit­aus­wir­kun­gen der Kri­se. Wirt­schaft­lich und Psy­cho­lo­gisch. In unser aller Umfeld wird es Betrof­fe­ne geben.

 

 

 

Denn wir wissen eigentlich nicht, was wir tun …

Wenn ich Webi­na­re mache, redet meist nur eine Per­son. Alle ande­ren schwei­gen oder tip­pen maxi­mal. Webi­na­re als For­mat sind metho­disch für mich ähn­lich metho­den­arm wir der momen­ta­ne Prä­senz­un­ter­richt. Ich weiß eigent­lich nichts dar­über, wie mei­ne kru­den Ideen ankom­men oder ob die­se Ver­an­stal­tun­gen für irgend­wen dar­in einen Wert haben. Es ist ein Blind­flug, weil ich eine Sache nicht mache, die gera­de jetzt in der Kri­se wahr­schein­lich immens wich­tig ist – für mich und mein Han­deln und dafür, pas­sen­de Ange­bo­te zu ent­wi­ckeln: Die Evaluation.

Als Lei­tung bist du im Auge des Hur­ri­cans – alles dreht sich um dich, aber nur die dicks­ten Bro­cken fal­len dir vor die Füße. Von der Mas­se bekommst du nichts mit!“

Das ist eine Aus­sa­ge, die auf meh­re­ren mei­nen dama­li­gen Jugend­lei­t­er­schu­lung gefal­len ist – ich behaup­te: Ich als Fort­bild­ner und Schul­lei­tun­gen han­deln momen­tan pri­mär auf der Basis von Infor­ma­tio­nen, die von extro­ver­tier­ten Men­schen bekom­men. Auch exter­ne Stim­mungs­la­gen auf z.B. Social­me­dia bil­den nur die Rea­li­tät der Lau­ten ab.

Auf­lö­sen kann ich das nur durch Eva­lua­ti­on, weil die­se mir Infor­ma­tio­nen in einer Brei­te lie­fert, die nicht nur die Lau­ten ein­schließt. Des­we­gen gehört Eva­lua­ti­on – mög­lichst nied­rig­schwel­lig – viel­leicht zu den aller­wich­tigs­ten Din­gen, die man heu­te machen muss. Die Fra­gen soll­ten dabei nicht „wis­sen­schaft­lich belast­bar“ sein. Es soll­ten mei­ne Fra­gen sein, die ich brau­che, um Ideen für mein wei­te­res Han­deln zu bekom­men. Das kann ich auch der Grup­pe gegen­über so trans­pa­rent machen. Momen­tan wären mit qua­li­ta­ti­ve Eva­lua­ti­on­s­items viel wich­ti­ger als quantitative.

Wenn ich Schulleitung wäre – was würde ich wissen wollen?

Von Eltern:

  1. Was macht Ihnen zur­zeit am meis­ten Sor­gen in Bezug auf die Bil­dung Ihrer Kinder?
  2. Wie bewer­ten Sie ins­ge­samt die Betreu­ung durch die Lehrkräfte?
  3. Was brau­chen Sie von uns, um mit der momen­ta­nen Situa­ti­on bes­ser zurechtzukommen?
  4. Was brau­chen Ihrer Mei­nung nach Ihre Kin­der von uns, um mit der momen­ta­nen Situa­ti­on bes­ser zurechtzukommen?
  5. Was möch­ten Sie uns noch mitteilen?

Von Schüler:innen:

  1. Was macht dir zur­zeit am meis­ten Sor­gen, wenn du an Schu­le denkst?
  2. Wie bewer­test du ins­ge­samt die Betreu­ung durch dei­ne Lehrkräfte?
  3. Nen­ne uns ein Bei­spiel für eine Lehr­kraft, die Ihren Job gera­de dei­ner Ansicht nach sehr gut macht. Beschrei­be uns kurz, was sie genau macht!
  4. Was brauchst du von uns, damit du mit der momen­ta­nen Situa­ti­on bes­ser zurechtkommst?
  5. Was möch­test du uns noch mitteilen?

Von Lehrer:innen:

  1. Was berei­tet Ihnen zur­zeit die meis­ten Sor­gen in Bezug auf die Bil­dung Ihrer Schüler:innen?
  2. Wie kom­men Sie mit der momen­ta­nen Unter­richts­si­tua­ti­on zurecht?
  3. Beschrei­ben Sie uns kurz eine Metho­de, die für Sie und Ihre Schüler:innen nach Ihrer Mei­nung zur­zeit gut funktioniert.
  4. Was brau­chen Sie von uns als Schul­lei­tung zur­zeit am notwendigsten?
  5. Was möch­ten Sie uns noch mitteilen?
Der erhoffte Effekt

Durch Eva­lua­ti­on kom­men Men­schen vor, die i.d.R. nicht laut sind, z.B. die Gewis­sen­haf­ten. Schüler:innen als Schu­le nach Ihrer Mei­nung zu fra­gen, ist auch ein sozia­les Zei­chen: Ich neh­me dich / euch ernst!

Medi­al kom­men Schüler:innen zur­zeit näm­lich gar nicht vor: Sie sind vor­wie­gend Objek­te von Ent­schei­dun­gen ande­rer – weni­ger Sub­jek­te. Wenn Tei­le der gewon­ne­nen Erkennt­nis­se dann tat­säch­lich in die wei­te­re Orga­ni­sa­ti­on des Schul­all­tags ein­flie­ßen, lässt sich der Effekt der „Ernst­ge­nom­men­wer­dens“ noch stei­gern – igno­riert man das, ver­spielt man Ver­trau­en. Daher ist es wich­tig, von vorn­her­ein Res­sour­cen für die Umset­zung der Ein­ga­ben bereit­zu­stel­len – sonst wird man mehr ver­lie­ren als man gewin­nen kann.

Eine sol­che qua­li­ta­ti­ve Eva­lua­ti­on kann zudem Din­ge sicht­bar machen, die im Kon­zert der Lau­ten unter­ge­hen. Dabei fällt so man­cher Gold­ring ins Auge des Hurricans.

(Ich glau­be, das bie­te ich den Schu­len mal an. Tech­nisch umset­zen und auto­ma­ti­siert aus­wer­ten ist für mich nicht so ein gro­ßes Problem.)

 

Was wir in Bezug auf Technisierung nach Corona an Schulen sehen werden

Twit­ter ist ein Bla­se. Mein Land­kreis ist eine Bla­se. For­schungs­pro­jek­te im Bereich der Didak­tik sind lei­der auch oft Bla­sen (hier die Tech­ni­sie­rungs­pro­ble­ma­tik). In der einen Bla­se wird z.B. gefei­ert, dass man jetzt über Auf­ga­ben­mo­du­le Schüler*innen Mate­ri­al bereit­stel­len kann.

Und es gibt ers­te Ten­den­zen: Mein Ältes­ter (hin­rei­chend über Jah­re von mir indok­tri­niert), prognostizierte:

Dem­nächst wer­den Lehr­kräf­te Auf­ga­ben­mo­du­le auch nach den coro­nabe­ding­ten Schul­schlie­ßun­gen wei­ter­nut­zen. Dann gibt es kei­ne Chan­ce mehr, Auf­ga­ben nicht recht­zei­tig auf­zu­ge­ben oder nicht zu erledigen!“

Schon ziem­lich am Anfang der Nut­zung von Auf­ga­ben­mo­du­len kam bei eini­gen Lehr­kräf­te hier im Land­kreis der Wunsch auf, gestell­te tech­ni­sier­te Auf­ga­ben jetzt effek­tiv zu archi­vie­ren – samt Schüler*innenlösungen. Und das ist mehr als nachvollziehbar.

Die Reak­ti­on der Twit­ter­bla­se auf sol­che Ent­wick­lun­gen ist vor­her­seh­bar: „Tech­nik als Kon­troll­in­stru­ment!“ „Das an Schu­le tech­ni­sie­ren, was am ehes­ten zu tech­ni­sie­ren geht!“ Alles böse.

Aber auch eine Fra­ge der Per­spek­ti­ve. Ich bin unglaub­lich froh dar­über und ste­he stau­nend davor, wie sich jetzt durch Tech­ni­sie­rung des Unter­richts, Bedien- und Anwen­dungs­kom­pe­ten­zen bei deut­lich mehr Kolleg*innen ent­wi­ckeln – wie Fra­gen kom­men, die bis­her nie eine Rele­vanz hat­ten im All­tag. Von da aus wird der Schritt zur Digi­ta­li­sie­rung kleiner.

Auf der ande­ren Sei­te wird durch Tech­ni­sie­rung auch recht bru­tal trans­pa­rent, wie Unter­richt von Lehr­kräf­ten gedacht wird und wel­che Rol­len Schüler*innen dabei ein­neh­men. Anhand von Auf­ga­ben­for­ma­ten und metho­di­schen Vor­ge­hen las­sen sich u.U. gan­ze Men­schen­bil­der vermuten.

Auf der einen Sei­te wird Unter­richt durch Tech­ni­sie­rung „doku­men­tier­ba­rer“, vor­der­grün­dig „objek­ti­ver nach­prüf­bar“ („Wer hat wann und über­haupt abge­ge­ben?“). Das ist kein Prin­zip, was auf Auf­ga­ben­mo­du­le beschränkt ist. So erzähl­te mir letz­tens ein Schulleitungsmitglied:

Seit Ein­füh­rung des tech­ni­sier­ten Klas­sen­buch sind die Kopf­no­ten aller unser Schüler*innen viel schlech­ter geworden!“

Auf der ande­ren Sei­te gilt das natür­lich auch für die Arbeit der Lehr­kräf­te: Es ist leicht nach­prüf­bar, wer wie vie­le Auf­ga­ben gestellt und auch kor­ri­giert hat. Oder wie vie­le E‑Mails ver­schickt wur­den. Dafür braucht es ledig­lich ein paar Skrip­ten und Log­file­aus­wer­tun­gen. Sagt das etwas über Qua­li­tät von Arbeit aus?

Und die­se Ansät­ze schei­nen für man­che Schul­lei­tun­gen gar nicht so abwe­gig zu sein. Durch Tech­ni­sie­rung kön­nen Leis­tun­gen von Schüler*innen und Lehr­kräf­ten glei­cher­ma­ßen doku­men­tiert und aus­ge­wer­tet wer­den. Mitarbeiter*innen eini­ger Kon­zer­ne ken­nen das schon.

Durch Tech­ni­sie­rung bil­den sich Vor­aus­set­zun­gen für digi­ta­li­sier­tes Arbei­ten. Die­ses kann auch ganz los­ge­löst von als Tech­nik bezeich­ne­ter Tech­nik funk­tio­nie­ren – man­che Din­ge sind dann bloß erheb­lich aufwändiger.

Was ist für mich der Unter­schied zwi­schen Tech­ni­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung? In einer Fort­bil­dung habe ich ver­sucht, das schlag­licht­ar­tig in zwei Sät­ze zu pressen:

  • Digi­ta­le didak­ti­sche Set­tings ermög­li­chen Schüler*innen, ihre eige­nen Struk­tu­ren zu finden.
  • Digi­ta­le didak­ti­sche Set­tings ermög­li­chen, die die bereits vor­han­de­nen Kom­pe­ten­zen der Schüler*innen nut­zen und sicht­bar wer­den lassen.

In der Pha­se der coro­nabe­ding­ten Ein­schrän­kun­gen des Schul­be­triebs hel­fen der­ar­ti­ge Set­tings, nicht zur „Kor­rek­tur- oder Aus­füll­ma­schi­ne“ zu ver­kom­men – Schüler*innen und Lehr­kräf­ten gleichermaßen.

Das alles geht tech­ni­siert, z.B. mit kol­la­bo­ra­ti­ven Schreib­werk­zeu­gen – aber auch – eben­falls tech­ni­siert, nur eben anders tech­ni­siert – mit einem Pla­kat oder Schuh­kar­ton. Ent­schei­dend ist das Setting.

Und ein: „Lass doch mal zu, dass dei­ne Schüler*innen die Argu­men­te im Ether­pad nach Gewich­tig­keit selbst ord­nen!“ ist viel schwie­ri­ger, als wie gewohnt zu Hau­se ein Ether­pad vor­struk­tu­riert vor­zu­be­rei­ten, wie man es von einem Tafel­bild gewohnt ist.

Die digi­ta­le Tech­nik ist meist das viel klei­ne­re Problem.

Ent­schei­dend ist für mich das „sowohl – als auch“. Instruk­ti­ve Pha­sen kön­nen Kom­pe­tenz­ent­wick­lung durch­aus posi­tiv beein­flus­sen – wenn ich hin­ter­her aus einer Meta­per­spek­ti­ve mit Schüler*innen dar­auf schaue: „Das war jetzt ein gän­gi­ger Ansatz! Der ermög­licht das und das. Habt ihr Ideen für ande­re Ansät­ze?“ (Wie könn­te man das Tafelbild/die Prä­sen­ta­ti­on viel­leicht noch gestalten?).

Tech­ni­sie­rung“ hal­te ich für eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung für „Digi­ta­li­sie­rung“. Wenn Tech­ni­sie­rung durch eine digi­ta­le Ziel­per­spek­ti­ve unter­mau­ert ist, fin­de ich sie ganz erträg­lich und hel­fe auch sehr ger­ne auf die­ser Ebe­ne. Das macht mir inhalt­lich über­haupt kei­nen Spaß. Aber ich ler­ne viel durch die Begeg­nun­gen mit Men­schen dabei.

 

 

 

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