Eisscholle

Was man braucht:

  • ein fes­tes Haus oder gutes Wet­ter
  • ein gro­ßes Stück Papier, je nach Grup­pen­grö­ße 2–4 Quadrat(!)meter – geeig­net sind etwa die in vie­len Kir­chen­ge­mein­den vor­han­de­nen Papier­rol­len, zur Not tun es auch über­ein­an­der­ge­leg­te Zei­tun­gen
  • so 10–30 Leu­te
  • Wie das geht:
    Ihr teilt die Grup­pe in zwei klei­ne­re, mög­lichst gleich­gro­ße Grup­pen. Aus dem Papier wird eine ‚Eis­schol­le‘ gelegt, die so groß sein soll­te, dass die eine Grup­pe gemein­sam gut dar­auf ste­hen kann. Die ande­re Grup­pe spielt die Son­ne, die die Eis­schol­le dadurch zum ‚Schmel­zen‘ bringt, indem sie Papier in klei­nen Stü­cken von der Schol­le abreißt. Die Grup­pe auf der Schol­le muss dafür sor­gen, dass kei­ner ihres Mit­glie­der ins eis­kal­te ‚Was­ser‘ fällt (und das mög­lichst lan­ge). Das Spiel ist been­det, wenn irgend­je­mand ins ‚Was­ser‘ gefal­len ist.

    Erfah­run­gen:
    Es gibt da ein Alter, in dem man gut dar­an tut, das mit den gemischt­ge­schlecht­li­chen Grup­pen sein zu las­sen (also nur Jun­gen bzw. Mäd­chen auf die Eis­schol­le). Man soll­te gene­rell dar­auf ach­ten, daß der Schmelz­vor­gang mög­lichst lang­sam vor sich geht

    Spiele anleiten

    Ein Spiel anzu­lei­ten ist eigent­lich über­haupt nicht schwer. Den­noch gibt es paar Din­ge, auf die man ach­ten kann, damit das letz­te Sah­ne­häub­chen an Pro­fes­sio­na­li­tät aus Euch her­aus­strahlt. Ich habe Euch dazu ein paar per­sön­li­che Erfah­run­gen von mir zusam­men­ge­stellt. Nicht alles kann man immer und über­all beher­zi­gen und nicht immer lässt die Grup­pen­si­tua­ti­on die­sen oder jenen Vor­schlag zu. Fasst also die Lis­te als Anre­gung auf.

    • Jeder Mensch wird als Lei­ter sei­ne Eigen­hei­ten haben. Es gibt kein Patent­re­zept für den wirk­lich guten Spiel­lei­ter. Wich­tig fin­de ich, dass man stets authen­tisch, d.h. sich selbst treu bleibt. Dem einen liegt das eupho­ri­sche Ver­brei­ten von Moti­va­ti­on, der ande­re erklärt lie­ber ruhig und gefasst.
    • Wenn ich jeman­den zum Spie­len moti­vie­ren möch­te, dann muss ich selbst auch Lust dazu haben, Stich­wort: Authen­ti­zi­tät. Kin­der und Jugend­li­che spü­ren sehr wohl, ob das Spiel für mich eine Pflicht­übung oder Spaß bedeu­tet und wer­den ent­spre­chend reagie­ren (wie man in den Wald hin­ein­ruft…).
    • Eine gute Vor­be­rei­tung gibt mir als Spiel­lei­ter Sicher­heit und zwar ins­be­son­de­re dann, wenn ich mich noch nicht so sicher füh­le. Dann habe ich näm­lich immer was „in pet­to“ und muss nicht in Panik ver­fal­len, falls mal was nicht klappt.
      Eine gute Vor­be­rei­tung gibt mir aber noch lan­ge nicht das Recht, auf Bie­gen und Bre­chen genau mein Ding durch­zu­zie­hen. Denn da soll es ja noch die Grup­pe geben, die evt. ihre ganz eige­nen Bedürf­nis­se hat und evt. auch selbst initia­tiv wird (eige­ne Spiel­vor­schlä­ge oder Abwand­lun­gen der von mir erklär­ten Spie­le).
    • Ihr soll­tet nur Spie­le anmo­de­rie­ren, die ihr selbst gut fin­det, bzw. die für euch nicht in irgend­ei­ner Form vor­be­las­tet sind. Ein Bei­spiel: Ich tue mich recht schwer mit rela­tiv kör­per­be­ton­ten Spie­len. Das geht den Teil­neh­mern nicht unbe­dingt genau­so. Daher bin ich immer froh, wenn ich auf einem Spie­le­abend im Team arbei­ten kann. Das las­sen sich näm­lich man­che Din­ge dele­gie­ren…
    • Spie­le soll­ten ver­ständ­lich und so knapp wie mög­lich anmo­de­riert wer­den. Vor­he­ri­ge Gedan­ken um die Anmo­de­ra­ti­on sind nie ver­kehrt. Es emp­fiehlt sich immer, noch­mal die Fra­ge zu stel­len, ob alle die Regeln ver­stan­den haben, oder noch Unklar­hei­ten vor­han­den sind. Selbst bei noch so gewis­ser­haf­ter Vor­ar­beit kann es vor­kom­men, dass eini­ge in der Grup­pen­si­tua­ti­on nicht ver­ste­hen, was ich von ihnen möch­te.
      Nichts ist ner­vi­ger, als ein Spiel unter­bre­chen zu müs­sen, weil es ein­fach auf­grund von Ver­ständ­nis­feh­lern nicht klap­pen mag. Wenn das zu oft vor­kommt, kann schon­mal die Stim­mung merk­lich kip­pen…
    • Ein Spiel ist etwas Frei­wil­li­ges – ein ganz ganz ele­men­ta­rer Satz für mich. Ich sage das auch immer wie­der vor der Grup­pe (wenn ich dar­an den­ke…). Es gibt Spie­le, bei denen sich ein Teil­neh­mer ein­fach in sei­ner Intims­sphä­re gestört füh­len kann. Es ist dann nicht sein Recht zu sagen, dass er nicht mit­macht, son­dern sei­ne unbe­ding­te Pflicht sich selbst gegen­über (bit­te nicht so vor der Grup­pe sagen, den­ken reicht…)
      Wenn also jemand nicht aus Destruk­ti­vi­tät, son­dern deut­lich erkenn­bar sagt, er kön­ne sich das oder das für sich nicht vor­stel­len, dann ist das nichts, was gegen euch als Spiel­lei­ter gerich­tet wäre. Ich fin­de sowas gut und bestär­ke den­je­ni­gen dann auch gegen die Grup­pe, falls die­se dann „Druck“ macht.
    • Es ist eine hohe Kunst, ein Spiel genau dann abzu­bre­chen, wenn die Stim­mung gera­de ihren höchs­ten Punkt erreicht, bzw. gera­de eben über­schrit­ten hat. Spie­le­aben­de leben davon, dass es mir als Lei­ter gelingt, die Stim­mung auf einem gewis­sen Level zu hal­ten. Ich erle­be es immer wie­der, dass Spie­le ein­fach „tot­ge­spielt“ wer­den. Das hat manch­mal recht bana­le Grün­de, die mit mir als Lei­ter zun tun haben, z.B.:
      • Ach, das läuft so gut, lass‘ sie man noch ein biss­chen
      • End­lich ist die Grup­pe mal moti­viert, bloß nicht ein­grei­fen
      • Puh, dann wird der Abend ja doch lang genug, und wir krie­gen die Zeit tot­ge­schla­gen

      Das „Tot­spie­len“ wird oft dadurch gerecht­fer­tigt, dass die Grup­pe ihren eige­nen „Spiel­pro­zess“ gestal­ten ler­nen soll und man selbst eben­die­sen beob­ach­ten möch­te. Das kann u.U. töd­lich für die Stim­mung und hem­mend für den Grup­pen­pro­zess sein. Beob­ach­tung ist sehr wich­tig und daher arbei­tet ihr ja auch im Team… Dann muss man sich näm­lich nicht zurück­leh­nen kön­nen, son­dern einer macht, der ande­re schaut :o).

    • Auf einem Spie­le­abend ist der Span­nungs­bo­gen ent­schei­dend. Was ist das? Für mich läuft ein guter Spie­le­abend in etwa so ab:
      • Ken­nen­lern­spie­le (wenn die Namen noch zu ler­nen sind)
      • Eis­bre­cher­spie­le (die ein­fach zu ver­ste­hen sind)
      • Kom­ple­xe­re Bewe­gungs­spie­le (z.B. Wett­be­werbs­spie­le mit viel „Äktschn“)
      • Spie­le mit Stim­mung (die oft sehr kom­pli­ziert sind)
      • Irgend­was zum Aus­lau­fen (wo sich wom­mög­lich schon Leu­te abset­zen kön­nen)

      D.h. also, dass ich das Span­nungs- und Akti­ons­ni­veau so pla­ne, dass es zur Mit­te der Zeit in etwa sei­nen Höhe­punkt erreicht. Gegen Ende sinkt in der Regel bei eini­gen die Moti­va­ti­on und daher kann es manch­mal gut sein, dann Spie­le aus­zu­wäh­len, die es erlau­ben, dass eini­ge sich abset­zen kön­nen.

    Das hier ist mein – also Maik Rieckens – Kon­zept und dei­nes wird gewiss ganz anders aus­se­hen kön­nen, da du ja nicht Maik heißt. Trotz­dem hal­te ich den Span­nungs­bo­gen gene­rell für wich­tig, aber viel­leicht kommt das ja auch dadurch, dass ich Leh­rer bin :o)…

    Als Spiel­lei­ter ist man weder für alles ver­ant­wort­lich noch an allem schuld. Es gibt näm­lich auch Grup­pen, wo das mit dem Spie­len halt schwie­rig ist. Es gibt Teil­neh­mer, die gewis­se Ängs­te vor bestimm­ten Spie­len haben und daher z.B. destruk­tiv erschei­nen kön­nen.
    Außer­dem tra­gen immer auch die Grup­pe wie jeder Teil­neh­mer eine Ver­ant­wor­tung für das Gelin­gen eines Spie­le­abends. Es ist mei­ne per­sön­li­che Ent­schei­dung als Teil­neh­mer, mich ein­zu­brin­gen oder eben nicht. Und genau das kann kein Spiel­lei­ter vor­her wis­sen. Des­we­gen ist Jugend- und Kin­der­ar­beit ja auch immer wie­der span­nend.

    Flaschendrehen

    Was man braucht:

    • 10–14 Leu­te, die sich noch nicht zu gut ken­nen
    • eine Fla­sche
    • eine Sitz­ge­le­gen­heit für jeden

    Wie das geht:
    Eigent­lich ist das Spiel eine Vari­an­te zum Ken­nen­lern­spiel „Harm Haschisch“, da es sehr ähn­lich beginnt:
    Einer macht den Anfang und sagt in etwa: „Mein Name ist Maik und ich mag ger­ne Monchi­chis.“ Er nennt also immer einen Gegen­stand, der mit dem­sel­ben Anfangs­buch­sta­ben wie sein eige­ner Vor­na­me beginnt. Der Nächs­te in der Rei­hen­fol­ge (sin­ni­ger­wei­se sitzt man in kreis­ähn­li­cher Anord­nung) sagt dann in etwa: ‚Ich bin Tho­rid und mag Tau­ben‘ usw.
    Man kann das Spiel auch mit Adjek­ti­ven spie­len, z.B. ‚Mir­ko mond­süch­tig‘. Ansons­ten ändert sich nichts.
    Im nächs­ten Schritt las­se ich als Spiel­lei­ter in der Mit­te des Krei­ses eine Fla­sche rotie­ren. Ich muss dann den Namen mit „Zusatz“ des­je­ni­gen nen­nen, auf den die Flsche schließ­lich zeigt. Gelingt es mir, muss der Betref­fen­de in die Mit­te. Gelingt es mir nicht, so muss ich noch ein­mal dre­hen.

    Erfah­run­gen:
    Das Spiel ist des­we­gen so schön, weil sich gewis­se Din­ge, gewollt oder unge­wollt über Jah­re hal­ten kön­nen. Zudem bin ich gezwun­gen, auch eher unauf­fäl­li­ge Per­so­nen wahr­zu­neh­men, da ich sonst ein­fach zu lan­ge in der Mit­te ste­he. Es darf übri­gens nicht dazu kom­men, dass jemand im Inne­ren des Krei­ses „ver­hun­gert“. In die­sem Fall soll­te man hel­fend ein­grei­fen – spä­tes­tens nach fünf­ma­li­gen „Fal­schra­ten“ wird es dann doch pein­lich…

    Zeitungsschlagen

    Was man braucht:

    • ein fes­tes Haus oder gutes Wet­ter
    • Sitz­ge­le­gen­heit für jeden Teil­neh­mer
    • 10–30 Leu­te
    • eine Zei­tung, bes­ser: einen dün­nen Pro­spekt

    Wie das geht:
    Ein Frei­wil­li­ger begibt sich in die Mit­te (also wie­der mal einer gegen die Grup­pe). Er hält besag­te Zei­tung in sei­ner Hand. Mit die­ser Zei­tung soll er ver­su­chen, den Spiel­lei­ter am Bein zu berüh­ren. Der Spiel­lei­ter kann das ver­hin­dern, indem er einen belie­bi­gen Namen aus der Grup­pe nennt, bevor er mit der Zei­tung berührt wird. Nun muß unser Frei­wil­li­ger die­sen Men­schen mit der Zei­tung berüh­ren. Die­ser Mensch kann sich durch Rufen eines Namens wie­der aus der miß­li­chen Situa­ti­on befrei­en usw. Sobald jemand von der Zei­tung berührt wird, muß der Betrof­fe­ne – wer auch sonst – in die Mit­te und alles beginnt von vor­ne.

    Erfah­run­gen:
    Das Spiel heißt zwar Zei­tungs­schla­gen, was aber bit­te, bit­te nicht zu wört­lich genom­men wer­den soll­te. Daher bie­tet es sich an, einen dün­nen Pro­spekt zu ver­wen­den und bei Auf­tre­ten von zu viel ’schlä­ge­ri­schem‘ Ehr­geiz umge­hend zu inter­ve­nie­ren. Das Spiel eig­net sich nicht zur Anwen­dung in einem sehr frü­hen Sta­di­um, in dem sich die Grup­pe noch nicht so gut kennt.

    Zipp Zapp

    Was man braucht:

    • ein fes­tes Haus oder tro­cke­nes Wet­ter
    • Stüh­le (Teilnehmerzahl‑1)
    • 10 – 30 Leu­te

    Wie das geht:
    Einer geht in die Mit­te, zeigt auf irgend­je­man­den und sagt ent­we­der Zipp oder Zapp. Der Betrof­fe­ne muß bei Zipp den Namen sei­nes lin­ken Nach­barn und bei Zapp den Namen sei­nes rech­ten Nach­barn nen­nen. Gelingt ihm das nicht inner­halb von ca. 1–2s, so muß er selbst in die Mit­te gehen und der ande­re setzt sich auf den frei­ge­wor­de­nen Platz. Wenn es dem in der Mit­te zu bunt wird, dann sagt er Zipp-Zapp und alle müs­sen sich umge­hend einen neu­en Platz suchen. Der­je­ni­ge, der kei­nen Platz mehr abbe­kommt, macht in der Mit­te wei­ter.
    Das Spiel lässt sich durch die bei­den zusätz­li­chen Begrif­fe „Zupp“ und „Zopp“ erwei­tern. Bei „Zupp“ muss der Name von dem genannt wer­den, der in der Mit­te steht, bei „Zopp“ der eige­ne Name.

    Erfah­run­gen:
    Es han­delt sich hier­bei um ein sehr außen­sei­ter­freund­li­ches Spiel, da stets eine Chan­ce besteht, der Mit­te zu ent­rin­nen. Für Jugend­li­che in der for­cier­ten Ent­wick­lungs­pha­se ist es meis­tens zu albern. Schön ist außer­dem, daß man sich schon sehr bald um sei­ne Nach­barn küm­mern muß (Sag mal, wie heißt Du eigent­lich ?)

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