Mein Fragenset für die Evaluation von Unterricht

… natür­lich in die­ser Form nur für die Oberstufe:

  1. Ich habe mich im Unter­richt wohl gefühlt.
  2. Ich habe den Ein­druck, dass Herr Riecken bestimm­te SuS bervorzugt
  3. Die Haus­auf­ga­ben­be­las­tung war in Ordnung.
  4. Ich füh­le mich durch den Unter­richt gut auf das Abitur vorbereitet.
  5. Ich habe im Fach Deutsch etwas bei Herrn Riecken gelernt.
  6. Ich fin­de, dass Herr Riecken im Ver­gleich zu den Par­al­lel­kur­sen zu hohe Ansprü­che hat.
  7. Herr Riecken gibt sich Mühe, den Unter­richt abwechs­lungs­reich zu gestalten.
  8. Herr Riecken ist gut auf den Unter­richt vorbereitet.
  9. Herr Riecken ist fach­lich kompetent.
  10. Herr Riecken hält die not­wen­di­ge Distanz (ver­bal & phy­sisch) zu mir ein.
  11. Herr Riecken lässt sich leicht vom Unter­richts­ge­gen­stand ablenken.
  12. Die Klau­su­ren waren für mich zu anspruchsvoll.
  13. Die Rück­mel­dun­gen (Gut­ach­ten) zu den Klau­su­ren waren für mich nachvollziehbar.
  14. Die Rück­mel­dun­gen (Gut­ach­ten) zu den Klau­su­ren haben mir gehol­fen, mich zu verbessern.
  15. Die schrift­li­chen Noten sind nachvollziehbar.
  16. Herr Riecken gibt zu wenig Vor­ga­ben für das Schrei­ben eines Textes.
  17. Die münd­li­chen Noten der ande­ren SuS fand ich gerechtfertigt.
  18. Mei­ne eige­nen münd­li­chen Noten fand ich gerechtfertigt.
  19. Herr Riecken soll­te fest­hal­ten, wer Auf­ga­ben erle­digt und wer nicht.
  20. Im Ver­gleich zu ande­ren Kur­sen wird bei Herrn Riecken viel mit unter­schied­li­chen Medi­en gearbeitet.
  21. Der Medi­en­ein­satz (Blog), White­board stellt für mich einen Gewinn dar.
  22. Das Unter­richts­blog war mir eine Hilfe.
  23. Ich bedaue­re, dass die Pro­to­kol­le im Blog irgend­wann nicht mehr ver­fasst wurden.
  24. Ich habe mich im Unter­richt im Rah­men mei­ner Mög­lich­kei­ten engagiert.
  25. Der Kurs war ins­ge­samt sehr engagiert.
  26. Die Unter­richts­qua­li­tät hat zum Ende des Kur­ses nachgelassen.
  27. Ich habe nichts dage­gen, dass Herr Riecken (Teil-)Ergebnisse die­ser Umfra­ge anonym in sei­nem Blog veröffentlich.

Die SuS müs­sen sich dann für jeweils eine der fol­gen­den Ant­wort­mög­lich­kei­ten entscheiden:

  • trifft zu
  • trifft meis­tens zu
  • trifft weni­ger zu
  • trifft nicht zu

Wie man sieht, gibt es kei­ne „Flucht­mög­lich­keit“ zur Mit­te hin. Die Fra­gen zum Blog bezie­hen sich auf die­sen Arti­kel.

Tech­nisch löse ich das mit dem Feed­back­mo­dul von Mood­le, da das sau­ber anony­mi­siert – selbst für den Admi­nis­tra­tor ist nicht nach­voll­zieh­bar, wer wie geant­wor­tet hat. Zusätz­lich gibt es immer einen Text, der sinn­ge­mäß mehr oder weni­ger so lautet:

Bit­te nimm dir etwas Zeit für die fol­gen­den Fra­gen. Es ist NICHT nach­voll­zieh­bar, wer wel­che Ant­wor­ten gege­ben hat, auch für den Admi­nis­tra­tor die­ser Sei­te nicht.

Die Beant­wor­tung macht nur Sinn, wenn du ehr­lich ant­wor­test. Weder soll­test du aus Sym­pa­thie­grün­den „freund­lich“, noch aus Aver­sio­nen her­aus „unfreund­lich“ bewerten.

Die­se Eva­lua­ti­on kommt dir nicht mehr zugu­te, wohl aber den nach­fol­gen­den Schülergenerationen.

In die­sem Jahr gab es sehr wich­ti­ge und auch über­ra­schen­de Ergeb­nis­se zum Blog­ein­satz – ich neh­me da eine Men­ge für die „nächs­te Run­de“ mit. Immer wie­der tre­ten Wider­sprü­che auf, da ich eini­ge Erwar­tun­gen mitt­ler­wei­le bewusst auch enttäusche.

Im Ver­gleich zur einer vor­he­ri­gen Eva­lua­ti­on habe ich mich in vie­len Punk­ten zwar „ver­bes­sert“, trotz­dem wie­gen bei eini­gen Fra­gen unzu­frie­den machen­de 20% weit­aus schwe­rer als zufrie­den machen­de 80% – der nächs­te Qua­li­täts­ma­nage­m­ent­zy­klus möge also beginnen.

Neu mit dabei ist die Fra­ge nach der Distanz (10). Die Ant­wor­ten auf die­se Fra­ge waren für mich mehr als eine Erleich­te­rung, das sich anschlie­ßen­de Gespräch „aus dem Näh­käst­chen der Schul­erfah­rung“ gab hin­ge­gen viel Anlass zum Nachdenken .

Technologie allein löst und initiiert nichts

In der Che­mie gibt es den Begriff des dyna­mi­schen Gleich­ge­wichts. Damit ist nicht ein sta­ti­sches Gleich­ge­wicht auf einer Pen­del­waa­ge gemeint, son­dern eines, dass sich durch stän­di­ge Ver­än­de­run­gen aus­zeich­net. Die­se Ver­än­de­run­gen voll­zie­hen sich jedoch auf der Mikroebe­ne und sind für unse­re Sin­ne nicht wahr­nehm­bar, so dass es in der Sum­me so scheint, als ver­än­de­re sich nichts. Ein gutes Bei­spiel dafür ist eine geschlos­se­ne Spru­del­fla­sche. Zwi­schen dem Spru­del­was­ser und der auch in der Fla­sche ein­ge­schlos­se­nen Luft besteht fol­gen­des Gleichgewicht:

    \[ (1)\; HCO_{3(aq)}^- + H_3O^+_{(aq)} \rightleftharpoons CO_2_{(g)} + 2H_2O_{(l)} \]

Gelös­te Koh­len­säu­re (lin­ke Sei­te) spru­delt aus der Fla­sche und zer­setzt sich dabei in Koh­len­stoff­di­oxid und Was­ser. In einer ver­schlos­se­nen Spru­del­fla­sche steigt dadurch der Druck in der Gas­pha­se unter dem Schraub­de­ckel. Mit höhe­rem Druck läuft die Glei­chung (1) wie­der rück­wärts, d.h. Koh­len­stoff­di­oxid löst sind unter Bil­dung von Koh­len­säu­re wie­der im Spru­del­was­ser. Irgend­wann pen­delt sich das ein: In dem Maße wie Koh­len­stoff­di­oxid ent­steht löst es sich auch wie­der. Sowohl der Druck in der Fla­sche als auch die Kon­zen­tra­ti­on der Koh­len­säu­re im Spru­del ändern sich nicht mehr – für uns sieht es dann so aus, als gesche­he gar nichts mehr.

Kurz­fas­sung:

Jemand, der von außen auf ein sol­ches Sys­tem schaut, sieht nichts, bzw. nimmt nichts wahr. Er weiß aber, dass meh­re­re Fak­to­ren in der Fla­sche eine Rol­le spie­len: Koh­len­säu­re, Koh­len­stoff­di­oxid, Druck usw.. Wann immer er misst, ver­fei­nert er nur sei­ne Sin­ne – die Mes­sung ändert am Sys­tem selbst nichts.

Dyna­mi­sche Gleich­ge­wich­te haben eine wit­zi­ge Eigen­schaft. Unser Außen­ste­hen­der könn­te jetzt auf die Idee kom­men, z.B. ein­fach den Druck im Sys­tem zu erhö­hen, um eine Ver­än­de­rung her­bei­zu­füh­ren. Wie reagiert das Sys­tem darauf?

Mehr Druck ist „unan­ge­nehm“ bzw. eine Stö­rung. Also wird das Sys­tem dafür sor­gen, dass mehr gas­för­mi­ges Koh­len­stoff­di­oxid gelöst wird und damit der äuße­re Druck kom­pen­siert ist – in der Che­mie sagt man, dass das Sys­tem so aus­weicht, dass die Aus­wir­kun­gen eines äuße­ren Zwan­ges mini­miert wer­den (Gesetz von Le Chate­lier). Lässt der äuße­re Druck nach, jus­tiert sich das Sys­tem wie­der auf den Ursprungs­zu­stand zurück.

Um das Sys­tem zu ändern, muss ich nicht an einem Para­me­ter dre­hen, son­dern ich muss z.B. die Fla­sche auf­schrau­ben. Das ist bei Spru­del­fla­schen begrenzt müh­sam, da das Auf­schrau­ben ja mit einer Druck­ent­las­tung ver­bun­den ist und sich der Deckel dadurch recht leicht löst. Sozia­le Sys­te­me hal­ten ihren Deckel oft von innen fest.

Und jetzt zur Technologie

Tech­no­lo­gie trifft immer auf ein sozia­les Sys­tem. Wenn ich einer Schu­le einen Com­pu­ter­raum hin­stel­le, wird mit Com­pu­tern gear­bei­tet wer­den. Es wird dabei eini­ge weni­ge geben, die damit eine neue Metho­dik und Didak­tik ent­wi­ckeln. Es wird aber auch Men­schen geben, die den impli­zi­ten Druck dadurch min­dern, dass sie gewohn­te Struk­tu­ren ein­fach digi­tal abbil­den. Mit einem iDin­gens kann ich z.B. eBooks lesen und viel­leicht bald auch Schul­bü­cher auf­schla­gen. Wenn es das ist, was ich damit pri­mär mache, wer­de ich iDin­gens doof fin­den, weil die ja teu­er und deren Akkus irgend­wann alle sind. Das ist ein Buch ja viel bes­ser. Das kann jeden­falls nicht kaputt gehen.

Hal­tung

Die Hal­tung ist idea­ler Wei­se so, dass sich der Deckel abschrau­ben lässt, das Sys­tem sich dadurch öff­net und aus dem bis­he­ri­gen Gleich­ge­wicht kommt. Die Arbeit mit loka­len Apps z.B. hal­te ich für kei­nen gro­ßen Fort­schritt, son­dern ledig­lich für eine Digi­ta­li­sie­rung von Bestehen­dem mit natür­lich(!) berech­tig­tem Stel­len­wert. Das geht aber teil­wei­se sogar so weit, dass real mög­li­che Expe­ri­men­te durch Apps ersetzt wer­den („gefähr­li­che Ver­su­che“ auf You­tube schau­en, Fall- und Beschleu­ni­gungs­expe­ri­men­te per App). Die Ergeb­nis­se sind dabei immer super und vor­her­sag­bar – mit einem Expe­ri­ment hat das aber nichts zu tun. Der Moment, in dem mir der Was­ser­schlauch damals vom Küh­ler gesprun­gen ist und mich von oben bis unten ein­ge­saut hat, war wahr­schein­lich der­je­ni­ge, der einen che­mi­schen Zusam­men­hang bei den SuS ver­fes­tigt hat (und mich seit­dem Schlauch­schel­len ver­wen­den lässt).

Jedes Expe­ri­ment ist ein wenig Auf­bruch ins Unge­wis­se – es kann etwas schief gehen, weil es in der Natur des Expe­ri­ments liegt. Peni­cil­lin und Por­zel­lan sind übri­gens zwei Pro­duk­te von „schief gegan­ge­nen Expe­ri­men­ten“. Wenn aber schon ein neu­es Gerät, dann bit­te auch die expe­ri­men­tel­le Hal­tung, auch explo­ra­tiv zu arbei­ten. Das darf sich nicht nur(!) auf Apps beschrän­ken, son­dern muss m.E. auch und an zen­tra­ler Stel­le als Fens­ter ins Netz rea­li­siert sein (dafür braucht es übri­gens kein teu­res Gerät, das geht tat­säch­lich auch mit eige­nen Devices). Die Hal­tung dabei ist die glei­che, wie sie bei jedem neu geplan­ten Expe­ri­ment ohne­hin schon vor­han­den ist. Tech­nik oder ein bestimm­tes Device haben damit erst­mal nichts zu tun – mit einer Aus­nah­me: Für mich ist der Brow­ser die Zukunft. Alles ande­re wird immer an den übli­chen Bar­rie­ren scheitern.

Geister

In mei­ner Tätig­keit als medi­en­päd­ago­gi­scher Bera­ter begeg­nen mir zur Zeit eine gan­ze Men­ge Geis­ter, die ich frei nach Charles Dickens  hier ein­mal vor­stel­len möch­te. Gemein­sam mit Dickens Geis­tern haben sie, dass sie mich zur­zeit ganz stark in Grü­beln brin­gen und vie­les aus den letz­ten Jah­ren in einem ganz ande­ren Licht erschei­nen lassen.

Die Dämo­nen

Dämo­nen sind für einen Tech­ni­ker ziem­lich wich­tig: Man sieht von ihnen nichts, aber sie lau­schen unauf­hör­lich, ob Auf­ga­ben anlie­gen, die sie immer oder auch zeit­ge­steu­ert abar­bei­ten. Ohne Dämo­nen kommt ein Unix­sys­tem völ­lig zum Erlie­gen – die CPU bekommt kei­ne Auf­ga­ben, die Auf­ga­ben kei­ne Rechen­zeit. Dämo­nen nimmt man als etwas Selbst­ver­ständ­li­ches hin – sie funk­tio­nie­ren halt.

Jeder Leh­rer erfüllt Dämo­nen-Auf­ga­ben, die Schul­lei­tung mehr, der nor­ma­le Kol­le­ge weni­ger. Der Unix-Dämon braucht eigent­lich nichts außer Updates (von ande­ren Dämo­nen gesteu­ert), eine Lauf­zeit­um­ge­bung oder Ener­gie. Dar­an hapert es auf einem IT-Sys­tem meist nicht. Stirbt ein Dämon, star­tet man ihn neu und er ist der­sel­be wie vor­her – genau so belast­bar, genau­so effek­tiv, gefühls­los, nicht nachtragend.

Geben wir den mensch­li­chen Dämo­nen­auf­ga­ben immer die Ener­gie, die sie brau­chen? Aner­ken­nung – still oder offen? Haben sie eine Lauf­zeit­um­ge­bung, die ihnen gibt, was sie für ihre Funk­ti­on benötigen?

Geis­ter­kon­zep­te

Wir pro­du­zie­ren in Nie­der­sach­sen an den Schu­le zur­zeit vie­le Kon­zep­te. Die Pro­duk­ti­ons­ra­te steigt im Vor­feld einer Inspek­ti­on dabei erheb­lich an. Vie­le davon sind schön geschrie­ben und vol­ler Kom­pe­tenz­buz­zwords. Wie vie­le wer­den gelebt? Wie misst man das Gelebt­wer­den von Kon­zep­ten durch z.B. eine Eva­lua­ti­on? Wie lebt man geschätz­te 20 Kon­zep­te gleich­zei­tig anm ein und der­sel­ben Schu­le? Ein nicht geleb­tes Kon­zept ist halt so da – ein Pro­dukt, was man vor­zei­gen kann. Es ist aber ohne die Hand­lung, die dicho­to­misch zu ihm gehö­ren muss, wenn es einen Wert haben soll, nicht real. Es ist dann ein Geist. Für die einen ein guter, weil er die Inspek­to­ren beglückt, für die ande­ren ein abgrund­tief böser, weil er die Res­sour­cen Zeit und Wahr­neh­mung ohne Gegen­leis­tung ver­schwen­det. Drei wirk­lich geleb­te Kon­zep­te an einer Schu­le. Wäre das nicht eine Basis?

 Der Geist einer Schule

Es ist ziem­lich ver­rückt und es klingt total ein­ge­bil­det: Bei den bis­he­ri­gen Schu­len, die ich besucht habe, war mir schon nach weni­ge Metern im Gebäu­de klar, wie das sich anschlie­ßen­de Gespräch mit dem meist Schul­lei­ter ver­lau­fen wür­de. Die Mix­tur als Geräu­schen und Stil­le, aus Archi­tek­tur, aus Geruch und Licht­stim­mung spricht Bän­de bar jed­we­der Ratio­na­li­tät. Das Selt­sa­me dar­an ist, dass ich den Geist mei­ner eige­nen Schu­le am wenigs­ten von allen erleb­ten beschrei­ben kann- viel­leicht weil alles schon viel zu gewohnt und ver­traut ist.

Mir sind Äußer­lich­kei­ten eigent­lich immer recht egal gewe­sen, obwohl ich immer neid­voll in reich geschmück­te Klas­sen­zim­mer gehe – ich den­ke dabei dann doch eher an: „Und wer räumt das alles wie­der auf?“. Ich weiß, dass ich einen eige­nen Raum möch­te, den ich selbst gestal­ten kann, in dem mein Geist herrscht, in dem ich Lern­an­ge­bo­te und ‑medi­en bereit­hal­ten kann, die mir eine wei­te­re Öff­nung des Unter­richts ermöglichen.

An die­sen Ideen mer­ke ich, wie sehr ich das, was Schu­le im All­ge­mei­nen als Geist vor­gibt, als unab­än­der­lich hin­ge­nom­men habe. Jetzt, wo die Müh­le zwar noch läuft – aber an min­des­tens zwei ver­schie­de­nen Orten, begrei­fe ich, was noch alles mög­lich ist und was schon anders­wo tat­säch­lich gemacht wird. Viel zu ler­nen gibt es für mich an den Grundschulen.

Es ist, was den Geist angeht, aber bis­her recht egal, was drau­ßen an der Tür steht.

Bleibt noch dies:

Wer mir sagt, dass man Geis­ter mes­sen, beschrei­ben und allein durch die­se bei­den Ope­ra­tio­nen ent­wi­ckeln kann, der hat ein Welt­bild, das zu dem mei­nen nicht passt. Ich habe noch nie einen bösen Geist gese­hen, der dadurch ver­schwand oder einen guten, der dadurch zum über­mäch­ti­gen Dschinn wurde.

RAMBO (Riecken Arbeitet Mit Blogs Online) – Folge 6

Ich beglei­te in die­sem Jahr einen Deutsch­kurs auf erhöh­tem Niveau. Da in dem Unter­richts­raum ein SMART-Board (und kei­ne wei­te­re Tafel) vor­han­den ist, lag es nahe, mei­ne bis­he­ri­gen Ver­su­che, mit Blogs zu arbei­ten (hier, hier, hier, hier und hier) etwas kon­se­quen­ter aus­zu­wei­ten und expli­zit durch Goo­g­le­Docs zu flan­kie­ren. Es geht dabei nicht pri­mär um freie Unter­richts­for­men – dafür sind die Vor­ga­ben für das Fach Deutsch im neu­en Kern­cur­ri­cu­lum ein­fach zu umfas­send – dort wird zwar von Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung an jeder Ecke mit Buz­zwords gefa­selt – die zu bear­bei­ten­de Stoff­fül­le in teil­wei­se „inter­es­san­ten“ Kom­bi­na­tio­nen lässt das de fac­to jedoch kaum zu.  Was pas­siert in die­sem Blog:

  1. Alle Arbeits­ma­te­ria­li­en und Stund­en­er­geb­nis­se ste­hen dar­in zur Ver­fü­gung, bzw. sind in den jewei­li­gen Stun­den­pro­to­kol­len verlinkt
  2. Jede Stun­de wird ein Pro­to­koll von einem Schü­ler bzw. einer Schü­le­rin ver­fasst und in der Kate­go­rie „Pro­to­kol­le“ abge­legt (nach­dem der Chef, äh Lern­be­glei­ter kon­trol­liert hat…)
  3. Län­ge­re Haus­auf­ga­ben z.B. zur Klau­sur­vor­be­rei­tung wer­den im Blog erledigt
  4. Jeder Arti­kel kann für die­je­ni­gen, die die Sicher­heit brau­chen, über das Plug­in arcticle2pdf auch als PDF her­un­ter­ge­la­den werden
  5. Es gibt Drei­er­teams, die jeweils drei Tex­te von Mit­schü­lern sich­ten und nach Regeln kom­men­tie­ren, die wir im Pro­zess gera­de noch erarbeiten.
  6. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler bestim­men über das Plug­in Mem­ber Access selbst, wie die Sicht­bar­keit ihres Arti­kels gestal­tet ist: Nur Leh­rer, Lern­grup­pe, Welt
  7. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler haben vol­le Ein­sicht in mei­ne Unter­richts­vor­be­rei­tung (Goo­g­le­Docs-Doku­ment), ja theo­re­tisch auch schon vor der Stunde…
  8. Unter­richts­er­geb­nis­se wer­den in Goo­g­le­Docs notiert – dort ste­hen sie z.B. zum Ver­fas­sen der Pro­to­kol­le zur Verfügung

Ganz neu:

Alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler haben ein Pseud­onym erhal­ten – ich möch­te näm­lich, dass nach Rück­spra­che mit dem jewei­li­gen Autorin, dem jewei­li­gen Autor eine Ver­öf­fent­li­chung für die „Welt“ mög­lich wird, ohne dass die mit einem Real­na­me asso­zi­iert ist. Für das gegen­sei­ti­ge Kom­men­tie­ren (Peer-Review) dient die­se Tabel­le, die über eine Kate­grie „Orga­ni­sa­to­ri­sches“ per Klick erreich­bar ist:

Die­se Personen sind zustän­dig für
Team 1 T1a T1b T1c T2a T3b T4c
Team 2 T2a T2b T2c T3a T4b T5c
Team 3 T3a T3b T3c T4a T5b T6c
Team 4 T4a T4b T4c T5a T6b T1c
Team 5 T5a T5b T5c T6a T1b T2c
Team 6 T6a T6b T6c T1a T2b T3c

Die Teams sind nach ver­schie­de­nen Stär­ken (Spra­che, Struk­tur, For­ma­les usw.) gebil­det. Die Zutei­lung von Per­so­nen zu einem Team ist ganz ein­fach: Man beginnt mit dem Namen, der unter dem des ers­ten Team­mit­glieds steht und geht dann dia­go­nal nach unten rechts (am Bei­spiel von Team 1 grün mar­kiert) – so kommt man nicht durch den Tüd­der. Damit die Tex­te der ein­zel­nen Per­so­nen leicht auf­find­bar sind, ist das Aut­hors Wid­get sehr prak­tisch.

Pro­ble­me:

  1. Die SuS haben kei­ne digi­ta­len End­ge­rä­te, d.h. ich muss noch immer mit Zet­teln (= Medi­en­brü­chen) arbeiten.
  2. Schön wäre es, wenn Schü­ler vom Platz aus selbst Bei­trä­ge in das Goo­g­le­Docs-Doku­ment vor­näh­men, z.B. um das „Tafel­bild“ zu ergän­zen – lei­der gilt hier Punkt 1. Jede bil­li­ge Android-Klit­sche wäre dafür geeig­net. Fund­rai­sing – vier Gerä­te wür­den erst­mal rei­chen, aber ich habe da schon eine Idee, wo ich die herbekomme…
  3. Das Note­book für das SMART-Board steht bei uns an der Wand direkt dane­ben – wenn ich dort tip­pe, sehen mei­ne SuS den Lern­be­glei­ter von hin­ten – mei­ne Lösung ist schon unter­wegs. Das Ding kann ich auch mit in die Grup­pe geben…

Zwi­schen­fa­zit:

Der Anfang ist gar nicht so ein­fach. All­mäh­lich ver­selbst­stän­di­gen sich jetzt bestimm­te Pro­zes­se – ein der­ar­ti­ges Set­ting ist für bei­de Sei­ten erst­mal unge­wohnt. Der nächs­ten Schrit­te wäre dann der an die Öffent­lich­keit, d.h. aus­ge­wähl­te Tex­te „worl­d­re­a­da­ble“ zu machen. Auch wäre es schön, wenn sich die SuS das Blog noch selbst erobern – das hat mit einer 8. Klas­se schon ganz gut geklappt – zeit­wei­se. Der tech­ni­sche Auf­wand ist begrenzt – man muss ledig­lich sein Word­Press instal­liert bekom­men und mit den Plug­ins ver­se­hen. Das geht bei vie­len Hos­tern schon per One-Click-Instal­la­ti­on. Mir macht es Spaß… Den Spaß­fak­tor bei den SuS wer­de ich viel­leicht noch evaluieren.

Von Löwen und Lämmern

Film­ana­ly­se ist bei uns in NDS fest im Kern­cur­ri­cu­lum ver­an­kert – war­um also nicht ein­mal eine Ein­heit dazu in der Mit­tel­stu­fe durch­füh­ren? Auf mei­ner letz­ten Fort­bil­dung fiel dabei sei­tens des Netz­werk­be­treu­ers ein für mich ent­schei­den­der – hier gleich sinn­ge­mäß wie­der­ge­ge­be­ner – Satz, der mit her­aus­ge­for­dert hat:

Film wird nie die Zwi­schen­tö­ne errei­chen, die Lite­ra­tur zu errei­chen ver­mag und damit immer hin­ter dem Medi­um Text zurückstehen.

Natür­lich gilt das für jede Lite­ra­tur­ver­fil­mung, die man im klas­si­schen Unter­richt ger­ne mal in Oppo­si­ti­on zum gera­de gele­se­nen Werk stellt: „Seht doch mal, was da alles fehlt – das Buch ist eben doch bes­ser!“. Dann ist ein sol­cher Ver­gleich natür­lich unfair – wenn man Film betrach­tet, so muss man natür­lich von „nati­ven“ Fil­men aus­ge­hen, die es auch in die Vor­schlags­lis­ten des Cur­ri­cu­lums geschafft haben – eine Zeit lang war „Lola rennt“ der Renner.

Bin Laden ist heu­te „ums Leben gekom­men“. Mei­ne SuS woll­ten schon immer mal mit mir einen Film schau­en. Ich bin in den Feri­en über ein VDR-Schätz­chen gestol­pert: „Von Löwen und Läm­mern“. Ja, das ist qua­si auch eine Lite­ra­tur­ver­fil­mung – ich bin schul­dig. Da er gera­de nicht in der Vor­schlags­lis­te der Kern­cur­ri­cu­lums vor­kommt epi­so­den­ar­tig struk­tu­riert ist und kei­nen ech­ten „klas­si­schen“ Span­nungs­bo­gen besitzt, hal­te ich ihn aber gera­de auch in Hin­blick auf sei­ne außen­po­li­ti­sche Aktua­li­tät für geeig­net – mei­ne letz­ten ernst­haf­ten Expe­ri­men­te mit Film­ana­ly­se lie­gen etwas zurück. Auch könn­te ich mir gut eine Ein­heit vor­stel­len, die die drei ein­zel­nen Epi­so­den zunächst ein­mal ein­zeln betrach­tet (viel­leicht sogar zusam­men­ge­schnit­ten), um dann auf die inhalt­li­chen Ver­bin­dun­gen zu kom­men. Nun denn: Hier schon ein­mal der Trai­ler als Vorgeschmack:

Span­nend an dem Film fin­de ich, dass es nicht nur um die Außen­po­li­tik der USA geht – es geht um das Ver­hält­nis des Men­schen zu Ver­ant­wor­tung und Poli­tik all­ge­mein – natür­lich nicht bar des unwei­ger­li­chen Hollywood-Patriotismus…

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