Netzidentität

Wer im Netz aktiv ist, muss sich mit die­sem Begriff in irgend­ei­ner Form aus­ein­an­der­set­zen. Die Iden­ti­tät im Netz erwirbt man sich nicht, sie ent­steht, u.a. auch dadurch, dass das Netz nicht so schnell ver­gisst  und gleich­zei­tig der Ela­tiv des Adjek­tivs „öffent­lich“ ist (Das wird ein intel­lek­tu­el­ler Arti­kel…). Im Prin­zip gibt es zwei oppo­si­tio­nel­le Grund­hal­tun­gen zu die­ser Thematik:

  1. Die Netz­iden­ti­tät ist bewusst gene­riert. Das Indi­vi­du­um fil­tert vor der Ver­öf­fent­li­chung inhalt­lich und sprach­lich sehr genau. Die­se Fil­te­rung erfolgt auch ziel­ge­rich­tet im Hin­blick auf das Bild, was man von sich ande­ren Men­schen gegen­über erzeu­gen möchte.
  2. Die Netz­iden­ti­tät ist schlicht und ergrei­fend ein bestehen­der Teil der eige­nen, bestehen­den Per­sön­lich­keit. Sie wird im Wesent­li­chen das abbil­den, was ein Indi­vi­du­um aus­macht und viel­leicht sogar Rück­schlüs­se dar­über hin­aus zulas­sen – z.B. psychologische.

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Blogossphäre und Wissensentropie

Aus­gangs­la­ge:
Ich bin über­for­dert, den vie­len Gedan­ken zu fol­gen, die sich inhalt­lich mit den mei­nen über­schnei­den. Damit mei­ne ich ins­be­son­de­re vie­le Blogs, deren Feed ich abon­niert habe. Auch die Mixxt-Grup­pen neu­ron, ldl, und maschen­draht spie­geln die­sen Umstand wie­der. Die Fül­le an Impul­sen, der Fort­schritt an Wis­sen ist unbe­streit­bar vor­han­den, aber er ist dif­fus. Jean-Pol hat das bereits mehr­fach festgestellt. 

Ich kann nicht ein­mal alle Blog ver­lin­ken, die ich für wich­tig hal­te. Ich kann nicht so kom­men­tie­ren, wie ich es für wich­tig hal­te. Ver­lin­kung und Kom­men­ta­re sind ja klei­ne Zei­chen der Wertschätzung.

Ursa­che:
In der phy­si­ka­li­schen Che­mie gibt es die Kunst­grö­ße der Entro­pie. Sie ist – sehr ver­ein­facht gesagt – ein Maß für die Unord­nung in einem Sys­tem – eigent­lich ist sie eine Zustands­grö­ße. Eine hoher Ord­nungs­grad bedeu­tet dabei immer auch einen höhe­ren Ener­gie­ge­halt. Genau aus die­sem Grund wer­den Arbeits­zim­mer immer unor­dent­lich – hohe Entro­pie ermög­licht Ener­gie­ge­winn. Des­we­gen zer­bre­chen Bezie­hun­gen gele­gent­lich: Das Zwi­schen­mensch­li­che erfor­dert oft einen gewis­sen – ener­gie­auf­wän­di­gen – Ord­nungs­grad, den die Part­ner auf­brin­gen müssen. 

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Heranwachsende und neue Medien – denn sie wissen nicht, was sie tun

Ein paar – natür­lich völ­lig fik­ti­ve Bei­spie­le – aus You­Tube (Vide­os):

(1) Drei offen­sicht­lich besof­fe­ne Mäd­chen gra­tu­lie­ren einer vier­ten Per­son zum Geburts­tag. Namen, Stim­men und Ges­tik las­sen Rück­schlüs­se auf natür­li­che Per­so­nen zu.

Kom­men­tar:

So lan­ge nicht irgend­wann eine Per­so­nal­ab­tei­lung die Namen der drei Schätz­chen goo­gelt und noch auf mehr Vide­os die­ser Art stößt, geht das mit einem Lächeln ab. Ich fra­ge mich nur, wie die drei Damen in fünf­zehn Jah­ren zu die­sem Ereig­nis ste­hen wer­den. Schön fän­de ich auch, wenn der spä­te­re fünf­zehn­jäh­ri­ge Sohn sei­ner Mami so etwas unter die Nase hält – die Such­al­go­rith­men wer­den sich ja eher nicht verschlechtern…

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Aggression aus Schule verbannen

Von Öko­lo­gen wird Aggres­si­on hin­ge­gen als Bestand­teil von „Interferenzen“ gedeu­tet. Als sol­che Inter­fe­ren­zen gel­ten Schwan­kun­gen der Popu­la­ti­ons­dich­te, die durch sozia­len Stress bei zu hohen Popu­la­ti­ons­dich­ten (sie­he Popu­la­ti­ons­dy­na­mik) ent­ste­hen. Eine hohe Popu­la­ti­ons­dich­te erzeugt einen höhe­ren Druck durch Intra­spe­zi­fi­sche Kon­kur­renz. Die Aggres­si­on gegen Art­ge­nos­sen dient häu­fig der Ver­trei­bung eines Indi­vi­du­ums oder von Grup­pen in ein ande­res Revier, um so die Popu­la­ti­ons­dich­te in einem Habi­tat auf nied­ri­gem Niveau, und damit das Nah­rungs­an­ge­bot für das Indi­vi­du­um hoch hal­ten zu kön­nen. Das Ver­hält­nis von Aggres­si­on zu sozia­lem Ver­hal­ten ist häu­fig vom Nah­rungs­an­ge­bot abhän­gig (z. B. bei Spin­nen­tie­ren). Bei genü­gen­dem Nah­rungs­an­ge­bot oder zum Schutz vor Fress­fein­den erhöht sich die sozia­le Tole­ranz. Vie­le Tie­re zei­gen aggres­si­ves Ver­hal­ten gegen Art­ge­nos­sen auch als Mit­tel zum Schutz der Nachkommen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Aggression#Aggression_aus_Sicht_der_.C3.96kologie

Man hört in die­sen Tagen viel von „Anti­ag­gres­siontrai­ning“ und Kom­pe­ten­zen im Bereich der gewalt­frei­en Kon­flikt­lö­sung. Man liest von einer schlei­chen­den Rück­kehr der Aggres­si­on in unse­re Gesell­schaft durch z.B. Com­pu­ter­spie­le. Man hört von einer For­de­rung nach einer Kul­tur des Hinschauens.

Neh­men wir an, dass Schu­le ein Lebens­raum sei. Neh­men wir an, dass das Ange­bot an sozia­len Res­sour­cen (z.B. Leh­rer­zu­wen­dung, Aner­ken­nung, Kri­tik, AGs usw.) begrenzt sei. Neh­men wir an, dass ein Klas­sen­raum ein Habi­tat sei und SuS sowie LuL eine Popu­la­ti­on. Wel­che Fak­to­ren begüns­ti­gen auf die­ser Folie Aggressivität?

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