Subjektivismus und ideologische Barrieren

Momen­tan grüb­le ich noch sehr stark auf der Shake­speare-Rede von Goe­the her­um. Die­ser Text ent­zieht sich eigent­lich kogni­ti­ven Zugrif­fen, da er nicht kogni­tiv sein will, son­dern die Emp­fin­dung eines Ori­gi­nal­ge­nies wäh­rend des Rezep­ti­on von Shake­speares Dra­men zum Aus­druck brin­gen will. Damit kreist der Text sub­jek­ti­vis­tisch gleich den Stür­mern und Drän­gern selbst­re­fe­ren­zie­rend nur um sich, abge­se­hen von eini­gen eini­ger­ma­ßen logisch zusam­men­hän­gen­den Aus­sa­gen zum klas­si­schen fran­zö­si­schen Drama.

Wäh­rend­ei­ner heu­ti­gen Klau­su­s­auf­sicht ist dank eines Net­books fol­gen­de Gra­fik entstanden:

Subjektivismus im Sturm und Drang

Dabei kam für mich optisch die Tren­nung zwi­schen der Welt der Stür­mer und Drän­ger und der sie umge­ben­den bür­ger­li­chen Schicht deut­lich heraus.

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H’am Sie hier ’nen Kühlschrank?

Die­ser Arti­kel wird der ers­te einer neu­en Kate­go­rie: Die Anek­do­ten. Ich bin ja Leh­rer. Und da erzählt man ja vie­le Anek­do­ten. Das tut man ja vor allem dann, wenn am Ende des Stoffs noch so viel Stun­de übrig ist.  Viel­leicht ver­hin­dert die Doku­men­ta­ti­on hier ja den infla­tio­nä­ren Gebrauch… Die meis­ten mei­ner Anek­do­ten kom­men aus dem Che­mie­un­ter­richt. Da es klei­ne Erzähl­for­men sind, pas­sen sie für mich hier bes­ser zur Kate­go­rie Deutsch­un­ter­richt. Hier die Anekdote:

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Zum Schäkespears Tag

Ich muss ehr­lich geste­hen, dass ich im Grun­de der­ar­ti­ge Tex­te has­se. Glück­li­cher­wei­se steht hier im Regal eine Goe­the-Gesamt­aus­ga­be mit einem Kom­men­tar von Erich Trunz – der wirk­lich sehr gut und hilf­reich ist. Aber selbst der gute Erich schreibt:

Die Shake­speare Rede ist nicht ein Doku­ment lite­ra­ri­scher Kri­tik, son­dern ein fei­ern­des Bekennt­nis des Sturm-und-Drang-Goe­the zu Natur und Genie, ein pathe­ti­scher Dank an den Geni­us Shake­spear, durch den sich der eben aus Straß­burg zurück­ge­kehr­te Dich­ter zu sich selbst erweckt und befreit fühlte.

in: Johann Wolf­gang von Goe­the – Wer­ke (Ham­bur­ger Aus­ga­be), dtv, Bd. IIX, S. 691

fei­ern­des Bekennt­nis“ und „pathe­ti­scher Dank“ – super. Das lässt stets auf einen durch­struk­tu­rier­ten Text schlie­ßen – er ist es tat­säch­lich natür­lich nicht und dar­in liegt wohl auch sei­ne Schwie­rig­keit. Hier ein­mal der Ver­such einer Inhaltsangabe:

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Von deutscher Baukunst

Goe­the beschreibt inner­halb die­ses Tex­tes die Wahr­neh­mung eines Ich-Erzäh­lers in Bezug auf das Straß­bur­ger Müns­ter. Er nutzt die per­sön­li­chen Emp­fin­dun­gen sei­nes gene­rier­ten Erzäh­ler­fi­gur, um anhand die­ser das Ver­ständ­nis von Kunst im Sturm und Drang zu erläu­tern. Wir wol­len der Ein­fach­heit zunächst anneh­men, dass Ich-Erzäh­ler und Goe­the ein und die­sel­be Per­son sind, d.h. dass die­ser Text rein auto­bio­gra­phisch zu ver­ste­hen ist – mei­ner Mei­nung nach spricht da das eine oder ande­re gegen.

Goe­the betont zunächst, dass er wie alle zu sei­ner  „ein abge­sag­ter Feind der ver­wor­re­nen Will­kür­lich­kei­ten goti­scher Ver­zie­run­gen“ sei und somit auch das goti­sche Müns­ter des Bau­meis­ters Erwin von Stein­bach eigent­lich hät­te ableh­nen müs­sen. Doch Goe­the ist über­rascht von sei­nem Ein­druck die­ses Got­tes­hau­ses, weil sel­bi­ges „aus tau­send har­mo­nie­ren­den Ein­zel­hei­ten bestand“. Er rückt sei­ne Emp­fin­dun­gen sogar in die Nähe „himmlisch-irdische[r] Freu­de“, kon­no­tiert sie also durch­aus religiös.

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Bloch: Der junge Goethe […]

Die­ser net­te Text ist Teil der the­ma­ti­schen Schwer­punk­te für das Abitur 2010 (erhöh­tes Niveau) hier in Nie­der­sach­sen. Mei­ne SuS waren erst­mal etwas befrem­det von Blochs Spra­che (das ist nun­mal bei Phi­lo­so­phen so). Bloch ver­wen­de­te als Vor­la­ge Aus­zü­ge aus Goe­thes auto­bio­gra­phi­scher Schrift „Dich­tung und Wahrheit“.

Glück­li­cher­wei­se hat Bloch den Text­aus­zug schon vor­struk­tu­riert und dabei eine Seg­men­tie­rung in drei Tei­le vorgenommen:

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